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Forscher der Georgia State Universität: Glücklichere Familien

Forscher der Georgia State Universität

Ökonomen in den USA haben nun herausgefunden, dass es sich positiv auf das Glücksempfinden der gesamten Familie auswirkt, wenn die Partnerin mehr verdient als ihr Mann. Somit haben die Forscher der Georgia State Universität bestätigt, dass das Klischee des Mannes als Versorger nicht unbedingt förderlich für das Wohlbefinden seiner Familie ist. Sofern die Männer mehr verdienen als ihre Partnerinnen, hätte dies sogar negative Auswirkungen. Während das Einkommen der Frauen in den letzten 20 Jahren signifikant gestiegen ist, gilt dies auch für die Zufriedenheit in den Familien, so die Wissenschaftler. Auch wenn beide Ehepartner einen ähnlichen Verdienst hatten, waren diese Paare und Familien nicht so zufrieden wie Paare mit einer besserverdienenden Ehefrau. Die erstaunlichen Ergebnisse dieser Studie wurden jüngst im „Review of Economics on the Household“ veröffentlicht.

Weitere Details zu der Ehepartner-Verdienst-Studie

In ihrer Studie beschäftigen sich die Forscher der Georgia State Universität mit dem relativen Einkommen beider Ehepartner. Gleichgeschlechtliche Paare wurden bei der US-amerikanischen Studie allerdings nicht berücksichtigt. Um ihre Berechnungen durchzuführen, beriefen sich die Autoren Julia Hotchkiss, Robert Moore, Fernando Rios-Avila sowie Melissa-Trussel im Übrigen auf Daten vom US-amerikanischen Department of Labor. Dabei ging es auch um den Kompromiss zwischen mehr Freizeit und einem höheren Gehalt.
Wenn die Gehälter steigen, bedeutet dies häufig, dass die Arbeitnehmer ihre Freizeit entsprechend anpassen. Viele Menschen entscheiden, dass sie nun weniger arbeiten können, während sie den gleichen Verdienst erzielen. Es gibt aber auch andere Arbeitnehmer, die dann gerne mehr arbeiten, um deutlich mehr zu verdienen. Wie viel Zeit ein Mensch auf der Arbeit verbringt und wie viel er oder sie dabei verdient, trägt entscheidend zum eigenen Gefühl von Zufriedenheit und Glück bei.

Die Ergebnisse der Forscher der Georgia State Universität

Die Forscher der Georgia State Universität fanden nun heraus, dass Familien, bei denen ein Partner in den 1990er-Jahren mehr verdiente als der andere, deutlich an Zufriedenheit gewinnen konnten, wenn beide Partner fortan gleich viel verdienten. In den 2000ern änderte sich dieser Trend jedoch. Familien, bei denen die Ehefrau und Mutter mehr verdiente, zeigten sich zufriedener und glücklicher als Familien mit dem Ehemann und Vater als Besserverdiener.
Diese Ergebnisse überraschten die Forscher insofern nicht, da es in den USA von 2007 bis 2009 eine Rezession gegeben hatte, von denen Branchen, in denen überproportional viele Männer tätig waren, besonders betroffen waren. 1994 waren es gerade einmal 16 Prozent der Ehefrauen, die mehr verdienten als ihre Partner. Heutzutage sind es mindestens 20 oder mehr Prozent.
Gleichzeitig haben die Daten der Studie gezeigt, dass die Wertvorstellung, dass der Mann mehr verdienen sollte als seine Frau, in vielen Köpfen bis heute weit verbreitet ist. Dies würde sich in Wahrheit zwar nicht positiv auf die Zufriedenheit der gesamten Familie auswirken. Dennoch halten viele Menschen an diesem Ideal fest, welches weniger Glück und mehr Unzufriedenheit in ihrem täglichen Alltag bedeutet. Ausdrücklich nach Glück strebende Familien tun demnach gut daran, sich über dieses Klischee hinwegzusetzen, wenngleich eine Reihe von äußeren Faktoren zusammenkommen muss, um überhaupt einen höheren Verdienst der Ehefrau im Vergleich zu ihrem Partner zu ermöglichen.

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