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Forscher der Washington University: Zika-Viren in der Hirntumortherapie

Forscher der Washington University : Zika-Viren in der Hirntumortherapie

Renommierte Forscher der Washington University in St. Louis (USA) haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht, welche die Welt der Medizin in helle Aufruhe versetzt hat. Denn nun hat sich herausgestellt, dass das sonst so verhasste Zika-Virus wohl möglich dazu genutzt werden kann, um die Stammzellen von bösartigen Hirntumoren beim Menschen abzutöten. Damit ist diese Studie von besonderer Relevanz für die Krebsforschung. Während schwangere Frauen sich weiterhin vor dem Kontakt mit den Zika-Viren schützen sollten, da diese die Gehirne der ungeborenen Kinder nachhaltig schädigen können, ist die Situation bei erwachsenen Krebspatienten mit einem sogenannten Glioblastom eine gänzlich andere.
Schließlich haben die Wissenschaftlern aus den USA jüngst herausgefunden, dass diese Viren gezielt eingesetzt werden können, um die sonst so resistenten Krebsstammzellen in den Gehirnen der Patienten zu zerstören. Im Normalfall verlaufen Glioblastome tödlich, so dass sich die von solch einem Hirntumor betroffenen Patienten jetzt neue Hoffnung machen dürfen. Allerdings geben die an der Studie beteiligten Mediziner auch zu bedenken, dass die Zika-Viren zu diesem Zweck in einer abgeschwächten Version verwendet werden sollten. Die gesunden Gehirnzellen von Erwachsenen nehmen im Übrigen keinen Schaden bei einem Angriff durch den Zika-Virus, der nur die krebsartigen Gehirnzellen befällt. Über diese bahnbrechenden Erkenntnisse wurde zuletzt auch im „Journal of Experimental Medicine“ berichtet.

Forscher der Washington University machen Hirntumorpatienten neue Hoffnung

Allerdings ist zu dieser Studie zu sagen, dass die Experimente von den Forschern bisher nur mit Mäusen durchgeführt wurden. Weitere klinische Studien stehen hingegen noch aus. Dennoch sind bereits die ersten Erkenntnisse vielversprechend. Immerhin konnte das Tumorwachstum bei den Versuchstieren verlangsamt werden, was wiederum zu einer verlängerten Überlebenszeit bei den mit dem Zika-Virus behandelten Mäusen geführt hat.
In diesem Zusammenhang geben die Wissenschaftler außerdem zu bedenken, dass man auch in Zukunft wahrscheinlich auf eine Kombination verschiedener Therapiemethoden bei Hirntumorpatienten anstatt einzig auf die Zika-Viren setzen werde. Eine chirurgische Entfernung des bösartigen Tumors werde wahrscheinlich nach wie vor erforderlich sein. Immerhin zielt die Zika-Behandlung vor allem auf die resistenten Krebsstammzellen ab, die sich so bekämpfen ließen, damit es in wenigen Monaten nicht zu der Entstehung eines neuen Tumors kommen könnte.

Nähere Details zu den Forschungserkenntnissen

Bei ihren Mäuseexperimenten gingen die Forscher der Washington University sehr systematisch vor. Dazu wurden die Gewebeproben der Mäuse-Glioblastome gezielt mit zwei verschiedenen Stämmen des Zika-Virus infiziert. Während der Versuchsreihe dauerte es gerade einmal zwei Tage, bis 60 Prozent der Hirntumorstammzellen von dem Virus befallen waren. Dies führte wiederum dazu, dass diese Zellen sich nicht weiter teilen konnten, woraufhin sie einfach abstarben.
Bei den Tumorzellen, die sich bereits weiterentwickelt hatten, kam es hingegen zu einer wesentlich geringeren Infizierung. Auch deshalb sei es so wichtig, die mögliche Zika-Gehirntumortherapie mit anderen Therapieansätzen zu kombinieren, um die bestmögliche Wirkung für den Patienten erzielen zu können. Im Anschluss an die Versuche mit den Gewebeproben wurden die erkrankten Mäuse als Teil des Experiments direkt mit dem Zika-Virus infiziert. Es war nicht nur ein gebremstes Krebswachstum bei den Versuchstieren zu beobachten, sondern die therapierten Mäuse lebten auch deutlich länger. Dies veranlasste die amerikanischen Forscher zu dem Schluss, dass eine Injektion der speziell präparierten Zika-Viren im Anschluss an die Tumormassenentfernung unmittelbar in das Gehirn der Patienten ein vielversprechender Ansatz für die Gehirnkrebstherapie beim Menschen sei.
Es sei jedoch nicht sinnvoll, die Viren unmittelbar in den Blutkreislauf zu injizieren. Denn das könnte dafür sorgen, dass eine körpereigene Immunreaktion ein Eindringen der Viren in das Gehirn der Patienten von Anfang an verhindern würde. Bevor dieses Verfahren in der Praxis erprobt werden kann, müssen zunächst weitere Tierversuche erfolgen. Nur dann lassen sich mögliche gefährliche Nebenwirkungen, die bei einer derartigen Virustherapie durchaus nicht ausgeschlossen sind, erforschen und im Idealfall vermeiden. Schließlich wolle man sicherstellen, dass die Viren im restlichen Körper der menschlichen Patienten keine Schäden anrichten können.

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