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Adolf Butenandt

Adolf Butenandt

Adolf Butenandt wurde im Jahre 1903 in Lehe geboren. Er absolvierte in Bremen die Oberrealschule und legte 1921 das Abitur ab. Anschließend studierte er an der Philipps-Universität zu Marburg Chemie und Biologie. Nachdem er 1924 an die Universität Göttingen gewechselt war, schrieb Adolf Butenandt im Jahre 1927 bei Adolf Windaus seine Doktorarbeit zum Thema „Über die chemische Konstitution des Rotenons, des physiologisch wirksamen Bestandteils der Derris elliptica“. 1929 gelang es ihm schließlich, das weibliche Sexualhormon Estrogen zu isolieren und dessen chemische Struktur zu bestimmen. 1931 konnte Adolf Butenandt sich habilitieren und er wurde sogleich mit der Leitung der organischen und biochemischen Abteilung des Allgemeinen Chemischen Universitätslaboratoriums in Göttingen betraut. 1933 folgte er dem Ruf als ordentlicher Professor an die Technische Hochschule Danzig.

Adolf Butenandt wollte die Wirkung von Schimmelpilzen an lebenden Menschen testen

Im Jahre 1934 wählte man Adolf Butenandt zum Mitglied der Leopoldina. 1935 hielt er sich auf Einladung der renommierten Rockefeller-Stiftung in den USA auf. Dem Ruf, als Professor nach Harvard zu gehen, folgte er jedoch nicht. Stattdessen trat er 1936 der NSDAP, der Deutschen Arbeitsfront und dem NS-Lehrerbund bei. Er wirkte als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biochemie in Berlin-Dahlem und war von 1938 bis 1944 Honorarprofessor für Biochemie an der Universität zu Berlin. 1939 wurde Butenandt schließlich der Nobelpreis für Chemie zuerkannt: „Für seine Arbeiten über Sexualhormone“. Er konnte den Preis jedoch erst 1949 entgegen nehmen. Die Rolle, welche Adolf Butenandt im Dritten Reich ausfüllte, ist unter Historikern höchst umstritten. So plante er beispielsweise Experimente am Menschen, um die antibiotische Wirkung von Schimmelpilzen zu testen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Adolf Butenandt von 1960 bis 1972 als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Er war Ehrendoktor mehrerer Wissenschaftszweige, Kommandeur der französischen Ehrenlegion und unter anderem auch Träger des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie Ehrenbürger der Stadt München. Butenandt starb 1995 in München.

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