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Anwesenheitspflicht im Studium gehört abgeschafft

Anwesenheitspflicht im Studium

Seit der Umstellung auf den Bachelor-Studiengang hat sich an den Universitäten vieles verändert. „Verschult“ ist oft der gängig verwendete Begriff, wenn es um die Beschreibung eines deutschen Studiums geht. Tatsächlich hat das Studium seinen freiheitlich duftenden Wind verloren und ähnelt in vielen Bereichen den Regeln in der Schule. Die Anwesenheitspflicht im Studium ist zum Beispiel so eine.

Anwesenheitspflicht im Studium – notwendig oder Gängelung?

Die Anwesenheitspflicht im Studium ist eines der häufigsten Aspekte, die Studenten am Bachelor-Studiengang bemängeln. In Seminaren dürfe man höchstens zweimal fehlen, in Vorlesungen müssen absurde Essays zu Semesterende hingeschrieben werden und auch die Professoren sind genervt davon, diese dann korrigieren müssen – oft sind das ja nicht wenige, es sitzen bis zu dreihundert Studenten in einer Vorlesung!
Wer öfter als zweimal im Seminar fehlt, fliegt raus – oft auch trotz triftiger Gründe. Da können Eltern oft nicht einmal ihren „Kinderbonus“ ausspielen, sondern haben sich schlichtweg an die Anwesenheitspflicht im Studium zu halten.
Die Hamburger Universität hat nun verstanden, wie sinnlos die Anwesenheitspflicht im Studium ist und schafft sie nun ab. Studenten atmen auf.

Anwesenheitspflicht im Studium – warum sie zweckhinderlich ist

Die Anwesenheitspflicht im Studium ist deshalb ein falscher Ansatz, weil sie den Studenten von seiner Eigenverantwortung befreit. Diese ist aber zwingend notwendig, wenn ein junger Mensch zu einem verantwortungsbewussten Erwachsenen heranreifen möchte. Selbst zu entscheiden, welcher Besuch von welchem Seminar und welcher Vorlesung zwingend notwendig ist, ist ein wichtiger Aspekt des Studiums – hier muss sich der Student selbst organisieren und entwickelt sich enorm weiter. Den Studenten das Gefühl zu vermitteln, nach wie vor die Schulbank zu drücken, ist für mich beinahe schon Entmündigung. Darum begrüße ich sehr den Schritt, die Anwesenheitspflicht im Studium abzuschaffen!
Aber ein weiterer Aspekt ist noch wichtig: Wer wieder die Freiheit hat, selbst zu entscheiden, welche Veranstaltungen er besuchen möchte, kann auch wieder in Bereiche reinschnuppern, die dem eigenen Studium völlig fremd sind und mal über den wissenschaftlichen Tellerrand schauen. So ist es auch für den Mathematiker möglich, einen Aktkurs in der Kunst zu besuchen und der Philosoph kann eine Veranstaltung in der Soziologie besuchen, die sein Studium vielleicht erweitert oder ergänzt.

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