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Aufputschmittel: Stimulanzien als neues Massenphänomen an der Uni

Aufputschmittel

Aufputschmittel, die die Konzentration der Gedanken gezielt stimulieren sollen, sind längst Realität geworden und halten immer mehr Einzug in den deutschen Alltag.

Wer nimmt Aufputschmittel?

In Untersuchungen bekannten sich 5 bis 20 Prozent der Studierenden dazu, Aufputschmittel zu nehmen, nämlich die sogenannten Neuro-Enhancer. Der Uni-Stress, der nicht nur aus vielen Seminaren, Vorlesungen und Praktika besteht, sondern auch noch das Verfassen z. B. von Hausarbeiten erfordert, ist für viele einfach zu viel. Wenn man dann auch noch den Lebensunterhalt verdienen muss, geben viele Studierende auf, und brechen ihr Studium ab. Unter denjenigen, die nicht aufgeben wollen, überlassen manche den permanenten Fluss von Ideen, Kreativität und Arbeitsfleiß nicht mehr dem Zufall. Aber auch die Dozenten und Professoren greifen immer öfter nach einem Aufputschmittel: Einer von fünf Abonnenten des Fachjournals “Nature” gab zu, solche Pillen zu nehmen. Am Arbeitsplatz sind diese ebenfalls beliebt. Etwa drei Millionen Menschen und Deutschland nehmen sie. Gibt es aber auch Beweise für die Wirksamkeit der Aufputschmittel?

Neue Studie zu Modafinil

Wissenschaftler haben nun eine Übersichtsstudie zum Medikament Modafinil vorgelegt. Dieses Präparat ist seit 1992 in Europa erhältlich. Es wird gegen Schlafattacken eingesetzt, der sogenannten Narkolepsie. Es ähnelt Amphetamin – also der Mutter aller Aufputschmittel. Modafinil ist auch unter gesunden Menschen beliebt. Sie fühlen sich fokussierter, wacher und leistungsfähiger. Wissenschaftler stellten nun fest, dass Modafinil umso stärker wirkte, je komplexer die Aufgabe war, die die Probanden sich nach der Einnahme stellten. Verbessert waren durch das Aufputschmittel vor allem die Fähigkeit, Entscheidungen zu fällen und strategisch zu denken. In älteren Untersuchungen war dies nicht aufgefallen, weil das Untersuchungsdesign eher für Tierversuche und Menschen mit Gehirnverletzungen gedacht war. In neueren Tests wurden aber gezielt die Gesunden gefordert. Dabei werden nur selten Nebenwirkungen beobachtet, wie z. B. Übelkeit, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Ein neues Wundermittel? Wohl kaum. Erstens hilft das Aufputschmittel denjenigen, die ohnehin konzentriert und intelligent arbeiten, wenig. Außerdem werden nicht alle kognitiven Ebenen gleichermaßen stimuliert. Gesteigert wird die logische Schlussfolgerung, divergentes Denken aber nicht. Die Kreativität ließ bei manchen Probanden sogar nach.

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