HomeBlogCarl Spitteler

Carl Spitteler

Carl Spitteler

Carl Spitteler kam 1845 im Schweizer Liestal zur Welt. Sein Vater war ein strenger protestantischer Richter und Landschreiber, welcher ursprünglich bäuerlichen Verhältnissen entstammte. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Carl Spitteler in Bern, ehe er schließlich zunächst das Pädagogium zu Basel besuchte. 1865 wechselte er jedoch nach Deutschland, um in Heidelberg protestantische Theologie und Jura zu studieren. 1871 nahm Carl Spitteler die Stellung als Hauslehrer in der Familie eines finnischen Generals an und konnte dadurch Beziehungen zu baltischen und finnischen Adelskreisen aufnehmen, welche später ein beliebtes Sujet in seinen frühen literarischen Werken werden sollten. Ab 1879 unterrichtete er in der Schweiz und publizierte zugleich in der „Neuen Zürcher Zeitung“ Feuilletons.

Carl Spitteler orientierte sich an Arthur Schopenhauer und an Friedrich Nietzsche

Ab 1880 publizierte Carl Spitteler Epen. Er modernisierte den antiken Prometheus-Mythos und orientierte sich bei seinem realistischen Stil vor allem an Arthur Schopenhauer und an Friedrich Nietzsche. Durch eine kleine Erbschaft finanziell unabhängig geworden, wandte er sich schließlich ganz dem literarischen Schaffen zu. Er publizierte große Versepen, welche Figuren und Handlungsstränge der antiken Mythologie mit der modernen Welt das beginnenden 20. Jahrhunderts verknüpften. Im Jahre 1905 wurde Spitteler die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich verliehen, 1915 wurde er außerdem auch Ehrendoktor der Universität Lausanne. Er publizierte während dieser Zeit Essays und Aphorismen, welche seine insgesamt pessimistische Weltsicht zum Ausdruck brachten. Verner von Heidenstamm, der Nobelpreisträger des Jahres 1916, schlug Carl Spitteler schließlich dem Nobelpreiskomitee als Kandidat vor. 1920 wurde ihm dann der Nobelpreis für Literatur zugesprochen: „Im besonderen Hinblick auf sein mächtiges Epos ‚Olympischer Frühling‘“. Im selben Jahr erhielt er außerdem den Großen Schillerpreis der Schweizerischen Nationalstiftung. Carl Spitteler verstarb im Jahre 1924 in Luzern und wurde auf dem städtischen Friedhof Friedental beerdigt. Er wirkte auch als einflussreicher Literaturkritiker.

Comments(0)

Leave a Comment