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Die menschlichen Körperzellen haben kein einheitliches Erbgut

Erbgut

Seit etlichen Jahrzehnten befindet sich die Humangenetik im Fachbereich Biologie in dem Glauben, dass in den menschlichen Körperzellen ein absolut identisches Erbgut vorliegt, dass bei einem Menschen nicht variiert. Die jüngeren Erkenntnisse des Fachs zeigen allerdings, dass dies nicht stimmt, und erschüttern damit eine der wichtigsten Basispfeiler der Disziplin. Das menschliche Erbgut ist innerhalb eines Körpers keineswegs identisch.

Was hat man bisher geglaubt?

Man weiß schon länger, dass bei der Entstehung neuer Zellen, also der Zellteilung, Fehler passieren, sodass eine Tochterzelle nie ganz der Mutterzelle gleicht. Aber diese Tatsache wurde nie ausreichend wertgeschätzt. Der Stand der Technik reichte auch nicht aus, um einzelne Zellen miteinander zu vergleichen. Die Forscher benötigten, um das Erbgut eines Erbmoleküls zu erschließen, viele Kopien davon. Daher nahm man bisher einfach leicht verfügbares Gewebe, z. B. aus dem Blut oder aus der Schleimhaut im Mund. Es bestand die Überzeugung, dass man dadurch das gesamte Erbgut auch für andere Körperbereiche, etwa die Nieren, die Nervenzellen oder das Knie, zur Verfügung hätte. Dies lag auch nahe, denn der Körper entwickelt sich ja aus der befruchteten Eizelle – aus dem Erbmaterial einer Zelle also. Aus diesem Erbgut entstehen dann alle Zellen des Körpers. Den Unterschied zwischen den Zellen bzw. Körperbereichen vermutete man lediglich in der Aktivität bestimmter Gene am entsprechenden Ort.

Ein neues Decodierverfahren für Erbgut

Die neue Decodiermethode erlaubt es, auch einzelne Zellen auf ihr Erbmaterial hin zu untersuchen, indem man sie vervielfältigt und sie dann als einzelnen Forschungsgegenstand unter der Lupe hat. Das erlaubt einen wesentlich präziseren Blick in das Erbgut. Ergebnis: Tatsächlich gleicht keine Zelle völlig einer anderen. Auch ist das Erbmaterial des Individuums nicht stabil und unterliegt einem lebenslangen Wandel. Die Zellteilung, die aus der Eizelle das Leben aufbaut, verändert die Strukturen des menschlichen Erbguts. Das heißt, dass der Mensch ein mosaikartiges Geflecht aus Zellverbänden mit unterschiedlichen Genmaterialien ist.

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