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Forscher der Emory Universität: Darmflora und Fitness

Forscher der Emory Universität

Renommierte Forscher der Emory Universität haben sich mit einem spannenden Thema beschäftigt und untersucht, wie sich die Darmflora auf die Gebrechlichkeit und Fitness im Alter auswirkt. In der Tat scheint es so, dass eine korrekt funktionierende Darmflora einen wirksamen Schutz vor der gefürchteten Altersgebrechlichkeit darstellt. Die amerikanischen Chemiker haben dies bei einer Studie mit Mäusen, Fliegen und Würmern nachgewiesen.
Bei den tierischen Probanden konnte die auf die Darmbakterien zurückzuführende Verstärkung der Indolproduktion dazu beitragen, dass das Nachlassen der Fitness im Alter weniger stark voranschritt. Auch wenn die maximale Lebensdauer der Versuchstiere durch eine gesunde Darmflora nicht verlängert werden konnte, stellten die Wissenschaftler fest, dass ein möglichst vitales Leben bis ins hohe Alter einem längeren, aber gebrechlicheren Leben gegenüber klar zu bevorzugen war. Ihre Studienergebnisse stellten die Forscher der Emory Universität auch im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)“ vor.

Nähere Einzelheiten zu der US-amerikanischen Darmflora-Studie (Forscher der Emory Universität)

Wie die Wissenschaftler anhand der tierischen Probanden belegen konnten, ist ein erhöhter Indolspiegel des Darms wünschenswert. Immerhin lassen Indole ältere Tiere im Vergleich zu ihren Altersgenossen deutlich aktiver werden. Auch ein jugendlicheres Aussehen konnte bei den älteren Versuchstieren dank der Indole erreicht werden.
Die begehrten Indole können im Übrigen von gleich mehreren Arten von gesunden Darmbakterien produziert werden. Werden Kohl oder auch Brokkoli im Darm zersetzt, so setzt dies Indole frei. Gleiches gilt auch für den Abbau von speziellen Proteinen im Darm. Um die Wirkung der Darmflora auf die Gebrechlichkeit zu erforschen, erhielten die Versuchstiere daher ein Spezialfutter.
Im Fall von Würmern stellte sich heraus, dass diese bei einem hohen Konsum diverser Indolproduzenten Stress durch Hitze besser überstehen konnten sowie länger beweglich und fruchtbar blieben. Bei Taufliegen war ein ähnlicher Effekt zu beobachten.
Dass Indole ein potentes Mittel gegen Altersgebrechlichkeit sind, hat sich demnach klar gezeigt. Welcher Effekt hinter diesem Phänomen steckt, muss jedoch noch weiter erforscht werden. Möglicherweise wirken die Indole entzündungshemmend. Die Erforschung dieses Effekts ist vor allem deshalb so wichtig, um eine Therapieempfehlung für die gezielte Verabreichung von Indolen auch beim Menschen entwickeln zu können.

Schlussfolgerungen der Studie für den Menschen

Noch können die Forscher der Emory Universität nur vermuten, wie sich die Ergebnisse dieser Studie in der Zukunft auf den Menschen auswirken werden. Es liegt jedoch nahe, dass die Gabe spezieller Indol-Präparate zu einer Reduzierung der Gebrechlichkeit bei älteren Menschen führen könnte.
Ausgewählte Lebensmittel oder probiotische Bakterien könnten ebenfalls zum Erreichen des gewünschten Zustands der Darmflora beitragen, der auch Menschen länger besser und fitter leben lassen könnte. Weitere Studien zu dem gesunden Altern des Menschen und der Bedeutung der Darmflora in diesem Zusammenhang stehen allerdings noch aus.
Auf jeden Fall sehen es die Forscher als lohnenswertes Ziel an, herauszufinden, wie man die Lebensqualität des Menschen in seinen letzten Jahren steigern kann. Die Zusammensetzung der menschlichen Darmflora habe mutmaßlich einen großen Einfluss darauf, wie schnell die Gebrechlichkeit der Senioren im Alter voranschreitet. Auch wenn die US-amerikanischen Chemiker und anderen Wissenschaftler bisher nur Tierversuche durchführen konnten, scheinen die Ergebnisse recht aussagekräftig zu sein.

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