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Forscher der Universität Breslau

Forscher der Universität Breslau führen Attraktivitäts-Metastudie durch

Internationale Anthropologen und Psychologen haben in Breslau (Polen) gemeinsam eine Metastudie zum Thema Attraktivität durchgeführt und viele Erkenntnisse der bisherigen Forschung neu zusammengefasst. Dabei haben die Forscher der Universität Breslau einige Kriterien ausfindig machen können, an denen sich die Attraktivität eines Menschen festmacht. Sie liege eben nicht nur im sprichwörtlichen Auge des Betrachters. Vielmehr sind es auch die Stimme sowie der Geruch eines potentiellen Partners, die darüber entscheiden, wie attraktiv wir diese Person finden. Das internationale Forscherteam stellte die Ergebnisse aus seiner groß angelegten Metastudie im Fachmagazin „Frontiers in Psychology“ vor und ging dabei näher auf die Sinne, die bei der Bewertung der Attraktivität eines anderen Menschen eine wichtige Rolle spielen, ein.

Groß angelegte Metastudie

Bei ihrer Metastudie werteten die Forscher der Universität Breslau die Wissenschaftsliteratur der letzten 30 Jahre aus. Neue Probanden wurden von den Psychologen im Zusammenhang mit dieser Studie demnach nicht interviewt. Vielmehr ging es den Forschern um eine flächendeckende Analyse und Synthese der bereits bekannten Forschungsergebnisse aus Ländern wie den USA, Deutschland, Großbritannien und Tschechien. Die Forscher der Universität Breslau bemängelten vor allem, dass die jüngste Attraktivitätsforschung sich zu stark auf den Sehsinn konzentrierte.
Dabei gäbe es auch noch andere Sinne, die bei der Attraktivitätsbewertung eines Menschen eine wichtige Rolle spielten. Genau auf diese Sinne wollte das internationale Forscherteam bei seiner Metastudie nun näher eingehen. Eine Attraktivitätsbewertung über gleich drei Kanäle, nämlich den des Sehens, Hörens und Riechens, sei viel verlässlicher und entspreche auch eher dem, wie Menschen im wahren Leben über die Attraktivität ihrer Mitmenschen urteilen.

Ergebnisse der Metastudie zum Thema Attraktivität

Vor allem der Hör- und Geruchssinn standen im zentralen Fokus dieser Studie. Nicht alle Erkenntnisse der Forscher waren dabei revolutionär. Dass der Hörsinn darüber Auskunft gibt, wie alt jemand ungefähr sein könnte und ob die Person männlich oder weiblich ist, liegt wohl auf der Hand. Allerdings hat sich herausgestellt, dass wir Menschen allein durch ein aufmerksames Zuhören noch viel mehr über unser Gegenüber in Erfahrung bringen können. Damit sind Eigenschaften wie die Körpergröße der Person, aber auch Rückschlüsse auf seinen oder ihren Charakter gemeint. Auch die Gefühlslage der Person lasse sich anhand der Stimme identifizieren.
Weitere Studien, die als Teil der Metastudie aus Breslau ausgewertet wurden, zeigten hingegen auf, dass der Geruchssinn erstaunliche Erkenntnisse ermöglichte, die dem des Hörsinns sehr ähnlich waren. Sofern die einzelnen Sinne bei der Attraktivitätsbewertung zusammenarbeiteten, ergaben sich wertvolle Synergieeffekte, die mittels einer Reihe von bildgebenden Verfahren nachgewiesen werden konnten. Dies bedeutet, dass sich die Eindrücke, die aus den einzelnen Sinnen gewonnen wurden, nicht einfach nur addierten. Vielmehr ergab sich ein Bild, welches viel ausdrücklicher und wesentlich detaillierter ausfiel, als es die reine Summe aller Sinneswahrnehmungen hätte vermuten lassen.
Auch wenn die Rolle des Riechens und Hörens bei der Attraktivitätsbewertung durch diese Studie nicht final definiert und beleuchtet werden konnte, erfüllt die Metastudie der Breslauer Wissenschaftler dennoch einen wichtigen Zweck. Schließlich ging es den Forschern auch darum, den Fokus der aktuellen Attraktivitätsforschung zu verschieben und zwei weitere wichtige Sinne in den Vordergrund zu rücken. Somit erhoffe man sich von der zeitgenössischen Psychologie, dass andere Forscher sich diese Studie zum Ansporn nehmen würden, um die Rolle des Hör- und Geruchssinns für die sozialen Beziehungen des Menschen näher zu erforschen.

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