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Forscher der Universität Norwich – Hundespaziergänge vs. Sport

Forscher der Universität Norwich

Dass Hundebesitzer im Seniorenalter tendenziell aktiver sind und sich mehr bewegen als gleichaltrige Menschen ohne Hund, ist kein Geheimnis. Allerdings haben Forscher der Universität Norwich in Großbritannien nun herausgefunden, dass der Hundespaziergang sogar eine größere Wirkung hat als Sport im Alter. Wie die Wissenschaftler im „Journal of Epidemiology and Community Health“ zu bedenken geben, ist der Unterschied vor allem bei nasskaltem Wetter eklatant. Denn auch bei solch einer ungünstigen Witterung bewegen sich die Hundehalter oftmals mehr, als dies bei gleichaltrigen, hundelosen Menschen selbst bei schönem Wetter der Fall ist.

Zu den Einzelheiten der Studie

Die an der Studie beteiligten Mediziner wiesen vor allem darauf hin, dass weitere äußere Motivationen neben der eigenen Gesundheit eine entscheidende Rolle spielten, wenn es darum ging, ältere Menschen zu mehr Bewegung und körperlicher Aktivität in ihrem täglichen Leben zu animieren. In diesem Fall konnte die Notwendigkeit, den eigenen Hund selbst bei miserablem Wetter ausführen zu müssen, für die entsprechende Motivation sorgen.
An der Studie der Forscher der Universität Norwich nahmen insgesamt 3.123 Probanden teil, die zwischen 49 und 91 Jahren alt waren. 573 der Testpersonen besaßen einen Hund. Gut 67 Prozent von ihnen führten ihren Vierbeiner mindestens einmal täglich aus. Alle Testpersonen wurden mit einem Aktometer ausgestattet, der zur Aufzeichnung sämtlicher Bewegungsaktivitäten verwendet wurde. Diese Daten paarten die Forscher der Universität Norwich mit den meteorologischen Erkenntnissen einer örtlichen Wetterstation.
Die Auswertung der Daten und die Studienergebnisse
Bei der Auswertung der Daten wurden nicht nur das Geschlecht und das Alter der Testpersonen berücksichtigt. Vielmehr spielten auch der Bildungs- sowie der generelle Gesundheitszustand der Probanden eine wichtige Rolle. Je ungünstiger das Wetter, desto mehr war eine Korrelation zwischen der Hundehalterschaft und den körperlichen Aktivitäten der Probanden zu erkennen. Die Aktivitätsrate der Gassigeher fiel gerade während widriger Witterungsperioden um bis zu 20 Prozent höher pro Tag aus. Diese signifikanten Unterschiede überraschten selbst die Forscher.

Wie sind die Ergebnisse der britischen Studie zu erklären?

Auch wenn ein klarer Zusammenhang zwischen dem Besitz eines Hundes und einem höheren Maß an täglicher, körperlicher Aktivität besteht, erklärt dies den Kausalzusammenhang nicht hinreichend. Schließlich sei es durchaus denkbar, dass Menschen, die ohnehin gerne körperlich aktiv sind, sich eher einen Hund zulegen. Vielleicht hätte sich diese Gruppe von Menschen also auch ohne Hund täglich mehr bewegt als die Vergleichspersonen.
Somit konnte bei der britischen Studie bisher nicht ausreichend beleuchtet werden, ob der Hundebesitz tatsächlich die Ursache für die größere körperliche Fitness war. Schließlich erscheint die umgekehrte Erklärung genauso plausibel, bei welcher der Hundebesitz vielmehr als Folge der sehr guten körperlichen Fitness der Testpersonen anzusehen ist. Daher gaben die Wissenschaftler zu bedenken, dass sogenannte „Vorher-Nachher-Studien“ durchgeführt werden müssten. Diese Studien könnten Auskunft darüber geben, inwiefern sich die körperliche Fitness der Probanden verbessert hätte oder ob diese mit der Hundehalterschaft annähernd gleich geblieben sei.
Noch dazu gaben die Wissenschaftler zu bedenken, dass die Hundehalterschaft nicht für jeden älteren Menschen möglich sei. Sie regten daher an, dass es mehr Möglichkeiten geben sollte, damit ältere Menschen sich auch dann um einen Hund kümmern können, wenn sie nicht dessen Besitzer sind. Gassigehen könnte dann sogar von Ärzten als gesundheitsfördernde Maßnahme verschrieben werden.

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