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Forscher der Universität Standford: Oxytocin-Hormontherapie wirkt bedingt bei Autismus

Forscher der Universität Standford

Forscher der Universität Standford haben die Wirkung von Oxytocin bei Kindern mit Autismus nun erneut untersucht. Dabei haben sich die Mediziner vorwiegend mit den sozialen Fähigkeiten der kranken Kinder beschäftigt. In der Tat könne eine Verbesserung des Sozialverhaltens durch die Gabe des Hormons herbeigeführt werden. Dies sei laut den Wissenschaftlern aus dem kalifornischen Standford jedoch nur abhängig vom anfänglichen Blutspiegel an Oxytocin möglich.

Oxytocin bei Autismus

Bei Autismus handelt es sich um eine Entwicklungsstörung, die angeboren ist und sich unter anderem darauf auswirkt, wie sich die Betroffenen in einem sozialen Kontext verhalten. Vor allem die Kommunikationsfähigkeit ist bei den meisten Menschen mit Autismus stark eingeschränkt.
Das Hormon Oxytocin ist wiederum dafür bekannt, dass es einen positiven Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen hat. Daher stand das Hormon seit geraumer Zeit in Verdacht, auch für die Therapie von Autismus nützlich zu sein. Einen eindeutigen Nachweis dafür gab es lange jedoch nicht, weshalb sich die Forscher der Universität Standford nun mit genau dieser Frage beschäftigt haben.

Wie wirksam ist die Autismus-Behandlung mit Oxytocin wirklich?

Im Rahmen ihrer neuen Studie geben die Forscher der Universität Standford zu bedenken, dass eine Verbesserung der sozialen Fähigkeiten nur bei denjenigen Autisten zu erwarten sein, deren Blutspiegel an Oxytocin sich vor der Behandlung auf einem sehr niedrigen Niveau befunden habe. Dass die Behandlung mit Oxytocin durchaus wirksam sein kann, gilt als bewiesen. Vielmehr regen die Wissenschaftler aus dem US-Bundesstaat Kalifornien nun an, dass noch weitere Studien erfolgen müssen, um genau zu definieren, welche Patienten am besten auf diese Therapie ansprechen.

Nähere Details zu den Parametern der kalifornischen Studie

Bei dieser Studie handelt es sich um eine sogenannte Doppelblindstudie. Die 32 Probanden mit Autismus hatten ein Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Hälfte der Testpersonen erhielt über einen Zeitraum von vier Wochen ein Nasenspray mit Oxytocin, welches zweimal pro Tag verabreicht wurde. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer bekam hingegen ein Placebo verabreicht.
Sowohl zu Beginn als auch während der Studie wurden die Oxytocin-Blutwerte der Probanden mehrfach gemessen. Außerdem waren die Eltern der Kinder dazu aufgefordert, detaillierte Fragebögen auszufüllen. So konnte das Ausmaß der Verhaltensstörung bei den Kindern erforscht werden.
Im Vergleich zu dem Placebo verbesserte die Behandlung mit Oxytocin die kommunikativen und sozialen Fähigkeiten der Testkinder deutlich. Ein geringer Wert des Hormons Oxytocin zu Anfang der Studie bedeutete dabei eine größere Verbesserung in diesem Bereich.

Erkenntnisse aus der Placebo-Gruppe

Wenngleich bei den Probanden aus der Placebo-Gruppe keine so signifikante Verbesserung der sozialen Fähigkeiten zu beobachten war, gab es auch in dieser Gruppe Kinder, deren Sozialverhalten sich spürbar, wenngleich nur in einem geringeren Maße verbesserte. Die Forscher gehen daher davon aus, dass der gesteigerte soziale Kontakt, der mit der Teilnahme an der Studie einherging, zu einer vermehrten Produktion von Oxytocin auch bei diesen Kindern geführt hatte. Dadurch sei der positive Effekt auf das Sozialverhalten zu erklären.

Der Blick in die Zukunft

Nebenwirkungen einer Hormontherapie von Autisten-Kindern mit Oxytocin konnten die Forscher bisher nicht ausmachen. Dennoch hat eine größer angelegte Studie bereits begonnen, um die Ergebnisse der Standford-Studie zu testen und wohlmöglich weitere Erkenntnisse hervorzubringen. Eine Therapie mit Oxytocin sei erst dann denkbar, wenn auch die zweite Studie abgeschlossen sei.
Dann könne man auch darüber nachdenken, ob sich diese Therapie für andere Erkrankungen, bei denen die Betroffenen ebenfalls an einem gestörten Sozialverhalten leiden, ebenso anbietet. In der originalen Studie aus Standford konnte jedoch bereits jetzt festgestellt werden, dass die Gabe von Oxytocin keinerlei Auswirkungen auf die Angstzustände und das sich wiederholende Verhalten der Kinder mit Autismus hatte.

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