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Frédéric Mistral

Frédéric Mistral

Frédéric Mistral kam 1830 in der Nähe von Arles zur Welt. Als Sohn eines wohlhabenden Gutsbesitzers besuchte er zunächst in Avignon die höhere Schule, wo er durch den Kontakt mit unterschiedlichen französischen Dichtern zur Literatur der Provence fand. Bis 1851 studierte er schließlich in Aix-en-Provence Jura, um dann im Jahre 1854 gemeinsam mit anderen Linguisten die sogenannte Félibrige-Bewegung zu formen, welche sich sehr intensiv für die Restauration der uralten provenzalischen Sprache und auch Literatur engagierte.

Einige der Werke von Frédéric Mistral wurden vertont

Frédéric Mistral dichtete zunächst vor allem Versgesänge, von denen einige preisgekrönt und auch vertont wurden. Er bemühte sich mit seiner Dichtung insbesondere, an den im Volke stets lebendigen sogenannten Jeanne-d’Arc-Mythos anzuknüpfen. Als Höhepunkt seines Schaffens gilt das berühmte Heldenepos „Calendau“, welches an die römische Aeneis erinnert. Stets versuchte Frédéric Mistral in seinem Schaffen, die seinerzeit als enorm rückständig betrachtete provenzalische und mediterrane Kultur mit den geistigen Leistungen der Antike zu verknüpfen. Er schrieb in provenzalischer Sprache, übersetzte seine Werke jedoch selbst ins Französische, um in Paris durch die dortige Literaturszene gelesen und rezipiert werden zu können. Auch erstellte er über 20 Jahre hinweg ein exakt recherchiertes Wörterbuch der provenzalischen Sprache, in welches die diversen Dialekte dieses Idioms Eingang fanden. Im Jahre 1904 wurde Frédéric Mistral schließlich gemeinsam mit José Echegaray der Nobelpreis für Literatur verliehen: „Mit Bezug auf die frische Ursprünglichkeit, das Geistreiche und Künstlerische in seiner Dichtung, die Natur und Volksleben seiner Heimat getreu widerspiegelt, sowie auf seine bedeutungsvolle Wirksamkeit als provenzalischer Philologe“. Frédéric Mistral verstarb im Jahre 1914 und wurde schließlich in Maillane beigesetzt. Das mit dem Nobelpreis für Literatur an ihn ausgereichte Preisgeld hatte er dazu verwendet, um die von ihm selbst begründete ethnografische Sammlung in Arles noch beträchtlich auszubauen.

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