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Giosuè Carducci

Giosuè Carducci

Giosuè Carducci wurde 1835 in der Toskana geboren. Sein Vater war Landarzt und Republikaner. Diese politische Grundhaltung machte sich auch der Sohn beizeiten zu eigen. Giosuè Carducci wuchs in Maremma auf und die tief beeindruckende Landschaft inspirierte ihn schon frühzeitig zu dichterischen Versuchen. Seine Jugend verbrachte er schließlich in Florenz, wo er sich vor allem dem Studium griechischer und römischer Autoren widmete. Er studierte an der Universität Pisa Jura und schrieb hier dann auch seine Doktorarbeit im Fach Philosophie. Bis 1857 wirkte er als Lehrer für Rhetorik in der Nähe von Pisa. Da Carducci Atheist war, wurde seine Bewerbung als Professor für Griechisch in Arezzo stets abgelehnt. Erst 1860 gelang es ihm, eine Professur für Griechisch in Pistola zu erhalten. 1861 erhielt er dann den Lehrstuhl für italienische Literatur in Bologna, welchen er bis 1903 innehatte.

Giosuè Carducci war vor allem auch ein politischer Dichter

Giosuè Carducci schrieb vor allem Gedichte. Er erwies sich dabei als ein ungemein kühner Poet, welcher die Sprache an sich als die generell treibende Kraft des einzelnen Menschenlebens, wie der ganzen Weltgeschichte, ansah. Sprache, das war bei Giosuè Carducci der Genius des Fortschritts schlechthin. Eine starke Vorliebe hegte er jedoch auch für die Stilistik der altrömischen Lyrik. Er versuchte, diese in seinem Werk zu erneuern. Im Jahre 1906 wurde Giosuè Carducci schließlich der Nobelpreis für Literatur zugesprochen: „Nicht nur in Anerkennung seiner reichen Gelehrsamkeit und seiner kritischen Forschungen, sondern vor allem als eine Huldigung für die plastische Energie, die Frische des Stils und die lyrische Kraft, die seine poetischen Meisterwerke auszeichnen“. Er verstarb im Jahr darauf und wurde in Bologna beigesetzt. Vor allem auf Thomas Mann und dessen „Zauberberg“ wirkte Giosuè Carducci.

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