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Heinrich Wieland

Heinrich Wieland

Heinrich Otto Wieland kam im Jahre 1877 in Pforzheim zur Welt. Bereits sein Vater war Chemiker und wohlhabender Besitzer einer Edelmetallscheideanstalt. So nimmt es nicht Wunder, dass auch der junge Heinrich Wieland an der Universität München ab 1896 bei Johannes Thiele Chemie studierte. 1901 schrieb er bei Johannes Thiele auch Doktorarbeit zur Thematik „Versuche zur Darstellung phenylierter Allene“. Bereits im Folgejahr konnte Heinrich Wieland sich über Stickstoffoxide habilitieren und begann eine Dozententätigkeit an der Universität München. Daneben wirkte er jedoch zeitlebens als Gutachter und Berater, so unter anderem für die chemisch-pharmazeutische Fabrik C. H. Boehringer Sohn in Ingelheim am Rhein.

Heinrich Wieland stellte mehrere Halbjuden unter seinen Schutz

1917 wurde Heinrich Wieland zum Kriegsdienst einberufen und leitete am Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut die Abteilung für Kampfstoffsynthese. Dann erreichte ihn jedoch der Ruf zum Professor an die TH München. Ab 1921 wirkte er als Professor an der Universität Freiburg, ab 1925 als Professor an der LMU München. Sein Arbeitsschwerpunkt lag auf seinen Forschungen zur Cholsäure und zum Cholesterin. Auf ihn geht die Entwicklung des Medikamentes Cadechol zurück. Er deckte die Struktur der Steroide auf und begründete damit viele herzwirksame Medikamente. Ebenso analysierte er das indianische Pfeilgift Curare und trug zu dessen Einführung in die chirurgische Praxis bei, was letztendlich operative Eingriffe in die großen Körperhöhlen und in das zentrale Nervensystem ermöglichte. Im Jahre 1927 wurde Heinrich Wieland schließlich der Nobelpreis für Chemie zugesprochen: „Für seine Forschungen über die Zusammensetzung der Gallensäure und verwandter Substanzen“. Im Zweiten Weltkrieg galt Heinrich Wieland als „kriegswichtig“ und konnte aufgrund dieses einzigartigen Status mehrere verfolgte Halbjuden unter seinen persönlichen Schutz stellen. Er war Mitglied diverser wissenschaftlicher Akademien, darunter auch der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften. Heinrich Wieland starb im Jahre 1957 in München.

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