HomeBlogHermann Emil Fischer

Hermann Emil Fischer

Hermann Emil Fischer wurde im Jahre 1852 in Euskirchen geboren und gilt als der Begründer der klassischen organischen Chemie schlechthin. Der spätere Nobelpreisträger für Chemie absolvierte sein Abitur als Klassenprimus und wollte allerdings Mathematik und Physik studieren. Der Vater, ein erfolgreicher Euskirchener Unternehmer, zwang ihn allerdings, auf das Studium dieser „brotlosen Künste“ zu verzichten und stattdessen eine Kaufmannslehreaufzunehmen. Diese brach Hermann Emil Fischer jedoch ab und studierte schließlich an der Universität Bonn Chemie. Seine erste Doktorarbeit musste der junge Chemiker allerdings abbrechen, da ihm die hierzu dringend benötigte Apparatur unerwartet zu Bruch gegangen war. Stattdessen promovierte er nun ab 1874 bei Adolf von Bayer über die „Acetylierung von Phenolphtaleinfarbstoffen“.

Der spätere Nobelpreisträger für Chemie analysierte zunächst Mineralwasser

Bereits während seines Studiums war Hermann Emil Fischer damit beauftragt worden, Mineralwasser aus dem Oberelsass chemisch zu analysieren. Aufgrund dieser Tätigkeit konnte er sich schließlich im Jahre 1878 in München mit einer Arbeit über Hydrazine habilitieren. Seine analytischen Fähigkeiten führten schließlich dazu, dass er 1879 ordentlicher Professor für analytische Chemie in München wurde. Über Erlangen und Würzburg, wo er verschiedene Institute leitete, gelangte Emil Fischer schließlich in die Reichshauptstadt Berlin.

Ein Nobelpreisträger für Chemie, der den Ersten Weltkrieg für gerechtfertigt hält

Im Jahre 1902 erhielt Hermann Emil Fischer schließlich den Nobelpreis für Chemie zugesprochen, als Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiet der Zucker- und Purin-Gruppen. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs zählte er zu den Mitunterzeichnern des berühmten “Manifests der 93”, welches den deutschen Einmarsch in das neutrale Belgien als absolut gerechtfertigt bezeichnete. Später war auch der spätere Nobelpreisträger für Chemie gezwungen an der chemischen Steigerung der Wirksamkeit deutscher Geschosse mitzuwirken. Zeitweilig war Emil Fischer sogar Mitarbeiter von Fritz Haber, welcher an Giftgas für den Fronteinsatz arbeitete. Gegen Kriegsende, inzwischen gezeichnet von verschiedenen Krankheiten, bereute er seinen früheren Einsatz für den Krieg. Nachdem er Mitte 1919 erfahren hatte, dass er unheilbar an Darmkrebs erkrankt war, ordnete er seinen Nachlass und setzte seinem Leben mit Zyankali ein Ende.

Comments(0)

Leave a Comment