HomeBlogNeueste Forschung: Wie spendenfreudig sind Reiche in den USA?

Neueste Forschung: Wie spendenfreudig sind Reiche in den USA?

Wie spendenfreudig sind Reiche

Die meisten Menschen gehen wohl davon aus, dass großer Reichtum nicht durch ein spendables Verhalten entsteht, sondern durch Geiz. Eine bekannte Darstellung des typischen Reichen ist Onkel Dagobert aus der Welt der Comics, der jeden Kreuzer drei Mal umdreht. Sind Reiche wirklich so, oder geben Sie von Ihrem Reichtum generös etwas ab?

Spenden Reiche viel?

Bisher ging die psychologische Forschung davon aus, dass Reiche beim Spenden nicht so großzügig sind wie ärmere Leute. Jetzt hat man herausgefunden, dass dies nur teilweise der Wahrheit entspricht. Die entsprechende Studie hierzu wurde an der Rotman School of Management an der Universität von Toronto durchgeführt. Die kanadischen Wissenschaftler um Stéphane Côté haben festgestellt, dass die Frage der Großzügigkeit der Reichen offenbar stark abhängig von der Finanzkraft ihres Umfeldes bzw. von ihrer Auffassung darüber, wie weit die Wohlstandsschere auseinanderklafft. Wenn Reiche in einem Umfeld leben, das eine starke Ungleichheit in Bezug auf die Gehälter aufweist, nimmt ihre Großzügigkeit ab.

Das Experiment

Die wissenschaftliche Studie bestand zunächst in der Auswahl geeigneter Probanden. Diesen wurden ausgedachte Informationen über die Verteilung des Einkommens in ihrem US-amerikanischen Bundesstaat vorgelegt. Wenn die Teilnehmer aufgrund der ihnen vorgelegten Daten an eine eher große Ungleichheit bei den Einkommen und Gehältern glaubten, dann waren diejenigen Menschen, die in den USA zu den reichsten 15 Prozent zählen (also ein Einkommen pro Jahr von über 125.000 US-Dollar hatten), weniger dazu bereit, anderen etwas abzugeben oder zu spenden. Diejenigen Probanden mit wenig Einkommen zeigten sich hier generöser als Reiche. Glaubten die Probanden auf der Basis der vorbereiteten Informationen daran, dass die Ungleichheit nicht groß ist, waren Reiche genauso großzügig wie ärmere Teilnehmer. Dies bedeutet: Bei Menschen mit geringerem Einkommen hat eine (angebliche) Einkommensungleichheit im Bundesstaat keinen Einfluss auf die Spendenbereitschaft. Reiche hingegen geben weniger, wenn sie glauben, dass die Ungleichheit groß ist. Eine Begründung für dieses Phänomen liefert die Studie leider nicht.

Comments(0)

Leave a Comment