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Noten in der Geisteswissenschaft werden inflationär verteilt

Noten in der Geisteswissenschaft

Das gängige Studentenbild geht so: langer Bart, zerwuscheltes Kopfhaar, Kippe im Mundwinkel sowie entspannte Rückenhaltung. Studenten sind gechillt, sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen mit Füßen in Jesus-Sandalen im Biergarten. Dieses Bild bedarf seit einigen Jahren einer Korrektur, denn für derartige Szenerien bleibt den Studenten gar keine Zeit mehr. Während früher nur das Examen galt, gelten heute Noten, Noten, Noten.

Noten in der Geisteswissenschaft müssen immer „sehr gut“ sein

Seit einiger Zeit herrscht besonders im Geisteswissenschaftsbereich eine inflationäre Notenvergabe. Das heißt, dass nur jene Geisteswissenschaftler mit einer Einser-Benotung nicht Gefahr laufen, dauerhaft Taxi fahren zu müssen. Noten in der Geisteswissenschaft haben deshalb so eine hohe Bedeutung, weil sehr viele in diesem Bereich studieren und dazu sehr gute Zensuren einfahren. Wer eine 2,0 in der mündlichen Prüfung bekommt, zieht schon mal eine Flunsch.

Noten in der Geisteswissenschaft – wichtig, aber nicht alles

Tatsächlich haben wir genug Geisteswissenschaftler und für viele Studenten – besonders aus dem naturwissenschaftlichen Bereich – sind Studiengänge aus diesem Fachgebiet nur solche, die es zu belächeln gilt. Gute Jobs sind Mangelware, der Markt ist überlaufen und Perspektiven gibt es auch keine. Im Moment könnte man meinen, es lohne sich gar nicht, im Geisteswissenschaftsbereich zu studieren.
Davon sollte man allerdings absehen. Gute Noten in der Geisteswissenschaft fühlen sich natürlich gut an und niemand will leugnen, dass das Urteil „sehr gut“ einige Türen öffnet, die sonst versperrt geblieben wären. Allerdings wird nach einiger Zeit gar niemand mehr nach den Noten, sondern lediglich nach dem Abschluss fragen. Und die Bereiche, in denen man mit einem geisteswissenschaftlichen Studium arbeiten kann, sind derart vielfältig und kreativ angesiedelt, dass es für jeden motivierten Menschen eine Nische geben sollte, in der er sich einbringen kann. Angst sollte also niemand vor so einem Studium haben und man muss sich auch mit einem Zweier-Abschluss nicht schämen oder grämen. Zwingt man sich zum naturwissenschaftlichen Bereich, so erhält man auch keinen Job, wenn man mit Leidenschaft an die Sache geht.

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