HomeBlogOrchideenfächer an der Uni

Orchideenfächer an der Uni

Orchideenfächer

Als Orchideenfächer bezeichnet man umgangssprachlich Studienfächer, die im Gegenteil zu Mainstream-Fächern (sog. Massenfächer Massenfächer wie bspw. BWL, Informatik oder Germanistik) ungewöhnlich sind und überdies an wenigen Unis angeboten werden. Orchideenfächer werden im Fachjargon „kleine Fächer“ genannt. Studenten, die z .B. Mineralogie studieren, stempelt man als Exoten ab.

Die Bezeichnung der exotischen Fächer kommt von Luxuszierpflanzen, die zwar viel Aufwand bei Pflege benötigen, aber in der Wirklichkeit nutzlos sind. So solle es angeblich mit Orchideenfächern auch sein: die Fächer haben einen hohen Spezialisierungsgrad, sind jedoch auf dem Arbeitsmarkt nicht allzu gefragt. Natürlich ist die Feststellung nicht immer richtig.

Bei Orchideenfächern handelt es sich nicht, wie es scheint könnte, um geisteswissenschaftliche Studiengänge. Unter exotischen Alternativen gibt es auch technische und naturwissenschaftliche Studiengänge.
Zu den Orchideenfächern gehören gegenwärtig z. B.:

  • Afrikanistik
  • Austronesistik
  • Christliche Archäologie
  • Diakoniewissenschaften
  • Judaistik
  • Keltologie
  • Kriminalistik
  • Kristallographie
  • Metallurgie
  • Mineralogie
  • Onomastik
  • Restaurationswissenschaft
  • Seministik
  • Sorabistik
  • Sprecherziehung
  • Tibetologie

Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass sich im Laufe der Zeit die Liste der Orchideenfächer verändert – es hängt von Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und somit vom Angebot an Unis und der Anzahl der Kandidaten ab.

Vorteile der Orchideenfächer

 

  • Man sitzt nicht in einem überfüllten Saal mit über hundert Kommilitonen.
  • Als Exote kann man aufgrund der kleinen Studentenzahl mit einer guten Betretung seitens des Dozenten/der Dozentin rechnen.
  • Kleine Fächer sind für Studenten, die Faszination am Neuen haben. Das Studium gibt die Möglichkeit, neue Fragen zu stellen und diese auch zu erforschen.
  • Orchideenfächer geben die Möglichkeit, interdisziplinär und international zu studieren und zu forschen. Damit gewinnt man einen breiten Erfahrungshorizont.

 

Nachteile der Orchideenfächer

 

  • Die Perspektiven nach dem Studiumabschluss sind begrenzt: es gibt keine sicheren Arbeitsplätze für Exoten und nicht allzu viele Berufsmöglichkeiten.
  • Exoten müssen den potenziellen Arbeitgeber von ihrer Nützlichkeit im Unternehmen überzeugen. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll als Student, die praktische Erfahrungen zu sammeln, Auslandssemester zu absolvieren und somit seine Fremdsprachenkenntnisse zu vervollkommnen sowie sich ehrenamtlich zu engagieren. Alle Zusatzqualifikationen sind im Lebenslauf in diesem Fall von großer Bedeutung.
  • Die Orchideenfächer sind gefährdet: sie sind teuer, aufwendig und laut vieler Experten auch irrelevant, es gibt immer weniger Professoren.
  • Nicht jede Uni bietet kleine Fächer an.

 

Das wichtigste ist die Einstellung – wenn der Student genau weiß, warum er ein Orchideenfach gewählt hat und was er nach dem Studium machen will, braucht er sich keine Sorgen zu machen.

Comments(0)

Leave a Comment