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Otto Wallach

Otto Wallach

Otto Wallach kam im Jahre 1847 im ostpreußischen Königsberg zur Welt. Er entstammte einer ursprünglich jüdischen, später jedoch zum Luthertum konvertierten konservativen Beamtenfamilie. Wallach studierte Chemie in Göttingen bei Friedrich Wöhler und später dann auch in Berlin bei August Wilhelm von Hofmann. Autodidaktisch erlernte er die Sprachen Englisch, Italienisch und auch Spanisch. An der Universität Göttingen verfasste er schließlich bei Hans Hübner seine Doktorarbeit zum Thema „Über vom Toluol abgeleitete neue isomere Verbindungen“. Im Jahre 1870 wurde Wallach zum engen Mitarbeiter des berühmten August Kekulé an der renommierten Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wurde auch Otto Wallach eingezogen und diente im Felde als Sanitäter. Eine Zeit, welche er später ausführlich in seinen Memoiren beschrieb. Nach Kriegsende wurde er schließlich im Jahre 1871 Mitarbeiter der Agfa in Berlin und wirkte dort in der Chloral-Produktion.

Bei Otto Wallach in Göttingen promovierten insgesamt 219 Doktoranden

1872 wurde Otto Wallach wiederum enger Mitarbeiter von August Kekulé in Bonn und konnte sich dort habilitieren. 1873 wurde er Privatdozent in Bonn, 1876 erhielt er eine ordentliche Professur und las über analytische und organische sowie über theoretische Chemie, über die Geschichte der Pharmazie und forschte über ätherische Öle. Von 1889 bis 1915 wirkte er schließlich in Göttingen als Direktor des dortigen Chemischen Instituts und promovierte während dieser Zeit insgesamt 219 Doktoranden. 1909 erhielt Otto Wallach die Berufung zum Präsidenten der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Erst aus einer Zeitung erfuhr er schließlich 1910, dass ihm im der Nobelpreis für Chemie verliehen worden war. 1911 erhielt er den preußischen Roten Adlerorden III. Klasse, 1915 den preußischen Kronen-Orden II. Klasse. Ferner wurde er mit dem Ehrentitel „Geheimer Regierungsrat“ geehrt. 1930 und 1931 erlitt Wallach jeweils Schlaganfälle. Er verstarb 1931 in Göttingen und ist auch dort beigesetzt.

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