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Personalisiertes Lernen durch “New Classrooms”

Personalisiertes Lernen

Wie kann man das Lernen erfolgreicher, individueller gestalten? Wie kann man die Zahl von Schul- und Studienabbrechern minimieren? Wie sehen neue Lernmethoden und Lernplätze aus? In den USA hat man im Unterschied zu deutschen Schulen und Hochschulen längst verstanden, dass die Neuen Medien keine Zusatzbelastung, sondern eine echte Chance sind. Sie ermöglichen personalisiertes Lernen. Die Revolutionierung der Bildung durch die Neuen Medien stellt alles, was wir über Schule und Studium zu wissen glauben, auf den Kopf.

Was ist personalisiertes Lernen?

Humboldts Bildungsideal war grunddemokratisch: Durch den Zugang zu Bildung kann jeder an sich arbeiten; wer sich anstrengt und seine Bildungsziele erreicht, kommt weiter – unabhängig von Herkunft, Stand oder Ansehen. Erst jetzt ist dieses Anliegen, das vom Bildungsbürgertum bis heute hochgehalten wird, in greifbare Nähe gerückt: durch personalisiertes Lernen. An der David-Boody-Schule in Brooklyn (New York, USA) spricht man in diesem Zusammenhang von “New Classrooms”. Digitale Medien stellen Bildungsinhalte, Kontrollfragen und Prüfungen weltweit allen zur Verfügung, die online sind, unabhängig von Zeit und Raum. Man kann sich vorstellen, dass dadurch die Anwesenheitspflicht an Universitäten vielleicht eines Tages abgeschafft und durch Lernen auf der heimischen Couch oder zumindest an individuellen Computern ersetzt wird. Kein einheitliches Lernen mehr nach starren Lehrplänen, kein Frontalunterricht, der keinen Raum für individuelle Betreuung zulässt. Statt dessen sollen die Kompetenzen des Einzelnen im Vordergrund stehen. Der Computer kann den Lernfortschritt der Schüler und Studierenden täglich messen und auf dieser Basis Vorschläge machen, wie das Lernen am nächsten Tag weitergehen wird. Digitalisierte Lerneinheiten können den Schüler dort abholen, wo er steht; genau an dem Punkt, an dem seine Kompetenz oder seine Fähigkeiten angekommen sind.

Der neue Lernalltag

Die Schüler auf der David-Boody-Schule sind mit unterschiedlichen Dingen beschäftigt: Manche schauen Lernvideos, andere nutzen Lernsoftware oder arbeiten in Gruppen. Jeden Morgen erhalten die Schüler einen individuellen Studienplan für den Tag. Natürlich gibt es auch beratende Gespräche mit den Lehrern. Personalisiertes Lernen heißt aber, dass sie nicht als Wissensvermittler, sondern als Begleiter des digitalen Lernens gefragt sind. Die New Yorker Schüler zeigen inzwischen deutlich bessere Leistungen als vorher.

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