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Philosoph Jürgen Habermas mit Kluge-Preis ausgezeichnet

Philosoph Jürgen Habermas mit Kluge-Preis ausgezeichnet

Der Kluge-Preis wird auch “Nobelpreis für Philosophie” genannt – dabei wird er erst seit 2003 verliehen. Das John W. Kluge Center an der Library of Congress in Washington (USA) vergibt den “Kluge Prize” für ein herausragendes Lebenswerk im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. 2015 kann sich der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas über die Auszeichnung freuen. Habermas teilt sich den Preis mit dem Sozialphilosophen Charles Taylor aus Kanada. Dotiert ist der Preis mit eineinhalb Millionen Dollar. Er geht auf den Deutschamerikaner John W. Kluge zurück, der damit Fächer wie Soziologie, Philosophie, Geschichte und Anthropologie unterstützen wollte, für die kein Nobelpreis vorgesehen ist. Neben Habermas zählt auch der französische Philosoph Paul Ricœur zu den bekanntesten Gewinnern.

Jürgen Habermas: sein Wirken

Habermas stammt aus Düsseldorf. Er übernahm 1964 den Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie an der Frankfurter Goethe-Universität, den vor ihm Max Horkheimer bekleidete. Habermas forschte zwischen 1964-71, 1975-82 und 1983-94 an dieser Uni. Schon in den 60er Jahren war er Assistent am Institut für Sozialforschung (IFS). Damals war es zu einer Begegnung mit Horkheimer und Theodor W. Adorno gekommen. Habermas war 1971-81 auch als Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt beschäftigt, später dann am Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften. Seine unermüdlichen Reisen ins Ausland und seine Gastprofessuren in Amerika förderten seine Reputation und auch die weltweite Rezeption und Anerkennung seiner Schriften. Habermas besitzt bereits mehrere Preise, u. a.:

  • den Friedenspreis des deutschen Buchhandels
  • den Theodor W. Adorno-Preis
  • den Hessischen Kulturpreis
  • den Hegel-Preis
  • den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gratulation aus Frankfurt

Die Präsidentin von Habermas’ Universität, Frau Prof. Birgitta Wolff, übermittelt dem Preisträger ihre Glückwünsche. Sie unterstrich dabei die weltweite Wirkung und Würdigung seiner Schriften im Bereich Philosophie und Soziologie. Auch auf sein gesellschaftliches Engagement kam sie zu sprechen, welches laut Juroren ebenfalls ein Grund für die Auszeichnung war. Habermas verteidige die Werte von Demokratie und Freiheit, in dem er sich beherzt zu Wort melde, stellte Wolff heraus. Es ist wohl davon auszugehen, dass die Schriften des Philosophen nun noch beliebter werden als Thema für wissenschaftliche Arbeiten.

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