HomeBlogPlagiatsaffäre Andreas Kasper

Plagiatsaffäre Andreas Kasper

Plagiatsaffäre Andreas Kasper

Nicht nur hochrangige Politiker wie Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg mussten ihren Doktortitel im Anschluss an eine ausführliche Plagiatsprüfung ihrer Dissertation in der Vergangenheit bereits abgeben. Denn auch auf der kommunalen Ebene hat dieses Schicksal so manch einen Politiker ereilt. So war es auch bei der Plagiatsaffäre Andreas Kasper, die durchaus Parallelen zur Affäre um Karl-Theodor zu Guttenbergs Dissertation, der inzwischen in den USA lebt und dort als Investor tätig ist, aufweist. Immerhin verweigerten beide Männer den freiwilligen Rücktritt von ihren politischen Ämtern. Allerdings verlor der CDU-Kommunalpolitiker Andreas Kasper nicht nur seinen Doktortitel, da er bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Vielmehr wurde auch ein Strafbefehl gegen den CDU-Mann erlassen und er musste gleich zwei hohe Geldstrafen im Gesamtwert von fast 20.000 Euro bezahlen.

Wie kam es zur Plagiatsaffäre Andreas Kasper?

Es waren Wissenschaftler von der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften mit Sitz in Speyer, die den Plagiatsverdacht gegen Andreas Kasper im Jahr 2008 laut werden ließen. Sie fanden in der Dissertation des Kommunalpolitikers gleich mehrere Stellen, die von anderen Autoren abgeschrieben, jedoch nicht hinreichend als Zitat gekennzeichnet worden waren. Daraufhin leitete die Universität Göttingen, die Andreas Speyer seine Doktorwürde einst verliehen hatte, eine erneute Prüfung der Arbeit ein. Die Universität teilte im Juni des Jahres 2009 mit, dass sie dem Politiker den Titel aberkennen würde. Dies war jedoch nicht die einzige Konsequenz der Bewertung von Andreas Kaspers Doktorarbeit als Plagiat.

Rechtliche Konsequenzen der Plagiatsaffäre Andreas Kasper

Vielmehr schaltete sich auch die Staatsanwaltschaft Göttingen ein. Sie beantragte sogar ein Strafverfahren gegen Andreas Kasper, welches aufgrund seines Verstoßes gegen das geltende Urheberrechtsgesetz entsprechend eingeleitet wurde. Zudem nannte die Staatsanwaltschaft das besondere öffentliche Interesse an diesem Fall als einen Grund, warum es überhaupt zu einer Strafverfolgung kam. Immerhin hatte Kasper zur Zeit der Plagiatsaffäre Andreas Kasper ein hohes politisches Amt inne. Im Januar 2010 erfolgte dann die gerichtliche Entscheidung in diesem Fall. Der CDU-Mann wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 90 Tagessätzen a je 100 Euro verurteilt, so dass die Gesamtstrafe 9.000 Euro betrug. Gegen dieses Urteil erhob der Politiker von der CDU keinen Einspruch.

Dies war jedoch nicht das einzige Strafverfahren, mit dem sich Kasper herumärgern musste. Immerhin wurde er auch für Plagiate, die als sein Beitrag in diversen Fachzeitschriften abgedruckt worden waren, angeklagt. Zu einem Schuldspruch kam es in dieser Sache jedoch nicht. Denn die Staatsanwaltschaft Detmold stellte das Verfahren im Sommer des Jahres 2010 letztendlich ein, nachdem man sich mit dem Politiker auf eine Geldbuße in Höhe von 10.000 Euro geeinigt hatte. Mindestens 19.000 Euro hat die Plagiatsaffäre Andreas Kasper den Politiker also gekostet. Diese Summe beziffert allerdings weder die Kosten für den Anwalt des Politikers noch die Kosten für den Imageschaden, den Andreas Kasper aufgrund seiner Fehlhandlungen erlitten hat.

Politische Konsequenzen

Auch auf politischer Ebene hatte die Plagiatsaffäre um seine Person weitreichende Konsequenzen für den Kommunalpolitiker. Das Amt des Verbandsvorstehers, welches der CDU-Mann zuvor inne gehabt hatte, verlor er im Mai des Jahres 2010. Dabei gehörte Kasper zu der Gruppe der Politiker, die nicht freiwillig aus ihrem Amt ausschieden. Vielmehr hatte er einen Rücktritt aus eigenen Stücken ausdrücklich abgelehnt und damit argumentiert, dass kein Doktorgrad erforderlich sei, um sich zum Verbandsvorsteher wählen zu lassen. Das Vertrauen seiner Politikkollegen genoss Kasper im Anschluss an die Plagiatsaffäre jedoch anscheinend nicht einmal im Ansatz. Immerhin wurde er ohne eine einzige Gegenstimme abgewählt und verlor sein Amt aufgrund der Fehler, die er in der Vergangenheit bei seiner Doktorarbeit gemacht hatte.

Auch die Tatsache, dass Kasper darauf bestanden hatte, dass er nach bestem Gewissen zitiert habe, und seine Fehler öffentlich nicht eingestand, ist ihm am Ende wohl zum Verhängnis geworden. Noch dazu hatte sich der CDU-Mann, der einst als Shooting-Star der lokalen Politszene galt, erlaubt, die Schuld seinen Doktorvätern in die Schuhe zu schieben. Beide Professoren hatten die Plagiate in der Tat nicht bemerkt. Sie jedoch öffentlich für die eigenen Fehler verantwortlich machen zu wollen, ging in den Augen vieler Beobachter einfach einen entscheidenden Schritt zu weit. Auch dieser Vorwurf hat dem öffentlichen Image von Andreas Kasper somit alles andere als gut getan.

Comments(0)

Leave a Comment