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Plagiatsaffäre Bernd Althusmann

Plagiatsaffäre Bernd Althusmann

Im Vergleich zu vielen anderen Politikern hat Bernd Althusmann von der CDU noch einmal Glück gehabt. Denn die Plagiatsvorwürfe gegen den Politiker haben sich nicht in vollem Umfang bestätigt. Auch wenn Althusmann durchaus ein paar Fehler bei seiner Doktorarbeit unterlaufen waren, ergab die eingehende Plagiatsprüfung dennoch, dass Althusmann seinen Titel behalten durfte. Damit nahm die Plagiatsaffäre Althusmann ein viel glimpflicheres Ende als der Skandal um die Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg, dem sein Doktortitel in der Tat aberkannt wurde, was mit einer öffentlichen Schlammschlacht einherging.

Wie kam es zur Plagiatsaffäre Bernd Althusmann?

Dass es die Plagiatsaffäre Bernd Althusmann überhaupt gab, ist an sich schon ein kleiner Skandal. Immerhin war der CDU-Mann zu dem Zeitpunkt, als die Vorwürfe gegen ihn erstmals laut wurden, noch Präsident der Kultusministerkonferenz, die sich mit der deutschen Bildungspolitik als wichtigstes Gremium auf diesem Gebiet befasst. Auch in seiner Rolle als Kultusminister von Niedersachsen hatte Bernd Althusmann die geltenden Standards an Hochschulen und Schulen entscheidend beeinflusst, so dass die Plagiatsvorwürfe gegen seine Person für den Mann von der CDU umso prekärer waren. Ende des Jahres 2011 wurde der Plagiatsverdacht zum ersten Mal öffentlich geäußert. Dieser erschien in der Zeitung Die Zeit. Entsprechend sah sich die Universität Potsdam, von der Bernd Althusmann seinen Doktortitel einst verliehen bekomme hatte, zu einer Überprüfung des Vorwurfs gezwungen. Während dabei zwar eine Reihe von formalen Mängeln in der Arbeit des Kultusministers gefunden wurden, konnte eine Täuschungsabsicht nicht festgestellt werden. Auch den Tatbestand eines wissenschaftlichen Fehlverhaltens sah das zuständige Komitee der Universität Potsdam nicht vollends gegeben, so dass die Plagiatsaffäre Bernd Althusmann schnell vorbei war und der CDU-Politiker seinen Doktortitel entsprechend nicht abgeben musste.

Dennoch große Mängel bei Bernd Althusmanns Doktorarbeit

Allerdings hat die Plagiatsaffäre um Bernd Althusmann dennoch aufgezeigt, wie gravierende Mängel in der Arbeit des Politikers zu finden waren. Auch wenn der Kultusminister selbst zum damaligen Zeitpunkt nur von „möglichen Zitierfehlern“ sprach, fand die Universität Potsdam zum Teil gravierende Mängel in der Arbeit des Ministers. Dass es sich bei der Arbeit von Althusmann um keine akademische Höchstleistung gehandelt hatte, war ohnehin von Anfang an klar gewesen. Denn er hatte die schlechtmöglichste Note erhalten, die überhaupt vergeben werden kann und dennoch zum Bestehen einer Doktorarbeit und entsprechend zur Vergabe des Doktortitels ausreicht. Auch wenn die zuständige Kommission der Universität Potsdam Althusmanns Dissertation nicht nur für inhaltlich recht dünn, sondern auch für voll von formalen Mängeln befunden hatte, reichte dies für einen Nachweis der Täuschungsabsicht eben nicht aus.
Aufgrund dieser fehlenden Absicht konnte Althusmanns Titel nicht aberkannt werden. Dabei gab es in diesem Zusammenhang durchaus kritische Stimmen, die hinterfragten, ob der CDU-Mann den Doktortitel jemals verdient hatte. Immerhin müsse man sich doch fragen, ob Bernd Althusmann die Fähigkeiten, die eine wissenschaftliche Arbeit einem Doktoranden abverlangt, wirklich besessen hatte. Allerdings ist diese Frage allein eben auch nicht Grund genug, um den Minister seinen Titel zu entziehen. Dabei hat Althusmanns Umgang mit der Plagiatsaffäre vielleicht auch etwas damit zu tun, dass diese für ihn so glimpflich ausgegangen ist. Schließlich hatte der Kultusminister gar nicht erst versucht, mögliche Fehler unter den Teppich zu kehren. Er machte seine Dissertation sogar öffentlich, damit diese überprüft werden konnte. Aus PR-Sicht hat Althusmann diese Krise somit deutlich besser gemeistert als die meisten anderen Politiker vor und nach ihm. Vielleicht war es auch das, was die Hochschule Potsdam unter anderem dazu bewogen hat, dem Politiker seinen Titel nicht zu entziehen.

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