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Plagiatsaffäre Christoph Mörgeli

Plagiatsaffäre Christoph Mörgeli

Bei der Plagiatsaffäre Christoph Mörgeli handelt es sich um eine Plagiatsaffäre der etwas anderen Art. Immerhin geht es nicht etwa darum, dass der Schweizer bei seiner Doktorarbeit selbst abgeschrieben hätte. Vielmehr ist der Politiker der SVP in die Kritik geraten, da er als Doktorvater mehrere Doktorarbeiten einfach durchgewinkt haben soll, bei denen es sich um ein offensichtliches Plagiat gehandelt hat. Dabei soll es um mehr als 12 Doktorarbeiten gegangen sein, die einer umfassenden Plagiatsprüfung durch einen anderen Prüfer auf gar keinen Fall standgehalten hätten. Als Medizinhistoriker und Professor an der Universität von Zürich soll Mörgeli jedoch nicht allein gehandelt haben. Vielmehr wird einem seiner Kollegen das gleiche Fehlverhalten bei der Bewertung dieser Doktorarbeiten vorgeworfen. Bei dem Kollegen handelt es sich um niemand anderes als Beat Rüttimann, den langjährigen, überaus anerkannten Direktor des medizin-historischen Instituts der Universität von Zürich. Das macht diese Plagiatsaffäre natürlich umso brisanter.

Das sagen die Doktoranden selbst

Inzwischen gibt es mehrere Doktoranden, deren Arbeit einfach von Mörgeli durchgewinkt wurde, die sich zu dieser Sache geäußert haben. Ein Mediziner sagte zum Beispiel aus, dass seine Arbeit einzig und allein im Übersetzen eines vorhandenen Textes aus dem Archiv der Universität bestanden habe, der zuvor nur auf Altdeutsch vorlag. Diesen Text übersetzte der Mediziner nicht einmal selbst, sondern beauftrage einen fachkundigen Übersetzer damit. An der Ausarbeitung seiner Dissertation war er somit nur finanziell beteiligt, da der Doktorand dem Übersetzer mehrere Tausend Franken für seine Arbeit zahlte. Im Endeffekt reichte der Mediziner, der seinen Doktortitel anschließend unter anderem von Christoph Mörgeli verliehen bekam, also einfach nur eine dreiste Übersetzung der geistigen Arbeit eines anderen ein, die er nicht einmal selbst angefertigt hatte. Mörgeli scheint speziell diesen Fall jedoch in einem ganz anderen Licht zu sehen.

Der Professor und Politiker gab als Reaktion auf die Vorwürfe gegen seine Person an, dass diese Schriften, die bisher nur handschriftlich vorgelegen hatten, ein wichtiges Gut für die Nachwelt seien. Somit hätten die entsprechenden Dissertationen dazu beigetragen, diese Texte zu konservieren und weiterhin zugänglich zu machen. Ob man diese Art von Arbeit jedoch Dissertation nennen kann, wird von vielen Kritikern stark bezweifelt. Noch dazu ist das längst nicht das Ende der Vorwürfe gegen Mörgeli. Denn es gab noch weitere Dissertationen, die Mörgeli scheinbar durchgewinkt hatte, obwohl er das nicht hätte tun sollen. Darunter sollen sich auch Dissertationen mit einer Länge von gut 120 Seiten befunden haben, bei denen rund 100 dieser Seiten abgeschrieben waren. Bei diesen Dissertationen hätte auch dem Schweizer Professor klar sein müssen, dass diese den nötigen wissenschaftlichen Standard für einen Doktortitel eben nicht erfüllten, so die Kritiker Mörgelis.

Welche Konsequenzen hatte die Plagiatsaffäre Christoph Mörgeli?

Demnach musste Christoph Mörgeli heftige Kritik einstecken und sich auch öffentlich für sein Verhalten rechtfertigen. Nun stellt sich die Frage, inwieweit die Plagiatsaffäre außer der erlittenen Imageschädigung weitere Konsequenzen für Mörgeli gehabt hat. Im Frühjahr 2013 wurde bekannt, dass sich die Universität Zürich mit Christoph Mörgeli trotz seines Fehlverhaltens zufrieden zeigte und ihn daher für weitere sechs Jahre einstellte. Auch wenn er sich solch grobe Fehler hatte zu Schulden kommen lassen, darf der Mann von der SVP weiterhin als Professor an einer der wichtigsten Universitäten in der gesamten Schweiz unterrichten.

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