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Plagiatsaffäre Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen

Plagiatsaffäre Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen

Dass es auch einen Adligen treffen kann, zeigt die Plagiatsaffäre Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, der inzwischen verstorbenen ist, ganz deutlich. Der ehemalige Historiker musste im Anschluss an die Plagiatsprüfung seiner Arbeit den bitteren Entzug seines Doktortitels im Jahr 1973 hinnehmen. Doch der clevere Prinz ließ diese Niederlage nicht einfach auf sich sitzen. Er promovierte im Jahr 1981 zum zweiten Mal und konnte sich zehn Jahre, nachdem er seine erste Doktorarbeit eingereicht hatte, erneut Doktor nennen. Seine erste Dissertation hatte der im Jahr 2015 verstorbene Prinz zum Thema „Die Reichsgründung 1870/71 im Spiegel neutraler Pressestimmen“ verfasst. Daraufhin hatte ihm die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg 1971 den Doktortitel verliehen, der dem Adligen nur zwei Jahre später aufgrund des nachgewiesenen Plagiatsverdachts wieder entzogen wurde.

Warum verlor Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen seinen ersten Doktortitel?

Nachdem Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen sein Abitur am Internat Schloss Plön gemacht hatte, studierte der Prinz Geschichtswissenschaften und strebte damit den Doktortitel an der Universität von Erlangen-Nürnberg an. Seine Dissertation reichte Friedrich Wilhelm im Februar 1971 beim zuständigen Prüfer Hans-Joachim Schoeps ein. Während der Historiker sich zunächst über die Doktorwürde freuen durfte, folgten schon zwei Jahre später Hinweise von einem Bibliothekar aus Marburg, der darauf aufmerksam machen wollte, dass der Prinz bei seiner Arbeit abgeschrieben hatte. Der Bibliothekar Martin Winckler war es also, der den Ball damals ins Rollen brachte. Aufgrund seines Plagiatsverdachts wurde ein Prüfgutachten zur kompletten Arbeit des Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen erstellt, das zu einem vernichtenden Urteil kam. In der Tat hatte der Prinz bei über 65 Prozent seiner Arbeit bei den Werken anderer Autoren dreist abgeschrieben. Somit hatte er den Doktortitel fortan nicht mehr verdient.

Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen wird zum zweiten Mal Doktor

Für den Prinzen mag es wohl eine Frage der Ehre gewesen sein, dieses Urteil nicht anzukämpfen, sondern sich anstatt dessen einfach erneut zu beweisen. 1981 promovierte der Adlige an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum zweiten Mal. Seine zweite Doktorarbeit konzentrierte sich auf seine Familie, die Hohenzollern. Seine beiden Doktorväter, Thomas Nipperdey und Gerhard A. Ritter, kamen im Anschluss an die Überprüfung der Doktorarbeit zum Thema „Die Hohenzollern und der Nationalsozialismus“ zu dem Schluss, dass der Prinz von Preußen nun endlich wieder ein Träger der Doktorwürde sein durfte.

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