HomeBlogPlagiatsaffäre Goldschmidt

Plagiatsaffäre Goldschmidt

Plagiatsaffäre Goldschmidt

Der ehemalige Bürgermeister von Forst und FDP-Mann ist ein weiterer Politiker, der seinen Doktortitel fortan nicht mehr führen darf. Allerdings wurde Jürgen Goldschmidt lediglich dazu aufgefordert, seine Doktorarbeit im Anschluss an eine umfassende Plagiatsprüfung durch die TU Berlin zu überarbeiten und Fehler bei der Zitierweise zu beheben. Der Politiker hätte also die Gelegenheit dazu gehabt, seinen Doktortitel im Anschluss an den Plagiatsvorwurf noch zu retten.

Anders als im Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg, der nicht nur seinen Titel verlor, sondern während der Plagiatsaffäre um seine Person auch mit vielen Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam machte, entschied sich Jürgen Goldschmidt von der FDP im Jahr 2015 letztendlich dazu, seinen Titel freiwillig abzulegen. In der deutschen Politwelt darf dies durchaus als eher ungewöhnlicher Schachzug bezeichnet werden. Schließlich gibt es unzählige Politiker, die vor ihrer Titelaberkennung mit den verschiedensten Mitteln fast schon verbittert um den Erhalt ihrer Doktorwürde sowie ihres öffentlichen Ansehens gekämpft haben.

Weitere Details zur Plagiatsaffäre Goldschmidt

Auch bei der Plagiatsaffäre Goldschmidt war das VroniPlag Wiki Portal wieder einmal an der Aufdeckung des Plagiatsfalls beteiligt. Im Jahr 2009 hatte Jürgen Goldschmidt seine Dissertation zum Thema „Management des Stadtumbaus unter Berücksichtigung der städtebaurechtlichen Rahmenbedingungen“ an der Technischen Universität Berlin eingereicht und im Anschluss seinen Doktortitel erhalten. 2011 wurden dann jedoch Vorwürfe gegen den Mann von der FDP laut. Laut der Angaben des VroniPlag Wikis hatten rund 30 Prozent aller Seiten der Dissertation von Jürgen Goldschmidt bei der Plagiatsprüfung nicht bestanden. Die TU Berlin ließ wenig später verlauten, dass der Präsident der Universität selbst angeordnet hatte, dass dieser Fall zu überprüfen sei. Im Januar 2013 fiel dann die Entscheidung, dass ein Aberkennung des Doktorgrads von Jürgen Goldschmidt erst einmal nicht erforderlich sei. Dennoch habe es in seiner Arbeit immer wieder deutliche Mängel bei der Zitierweise gegeben. Aus diesem Grund räumte die Universität Jürgen Goldschmidt sechs Monate ein, um diese Fehler zu beheben. Unter diesen Voraussetzungen sein eine Titelaberkennung auch in Zukunft nicht nötig.

Jürgen Goldschmidt gibt seinen Doktortitel selbst zurück

Dieser Auflage kam der Politiker allerdings nicht nach. Dies hätte bereits Ende 2013 eine automatische Titelaberkennung durch die Universität zur Folge haben müssen. Dazu kam es jedoch nicht. Erst im Mai 2015 wurde bekannt, dass Jürgen Goldschmidt nicht nur seinen Doktorgrad, sondern auch die an ihn bei der Verleihung der Doktorwürde ausgehändigte Urkunde an die Universität zurückgegeben hatte. Was den Politiker zu diesem Schritt bewegt haben könnte, ist bisher nicht genau bekannt. Allerdings stelle sich der FDP-Mann im Jahr 2015 aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden nicht erneut als Bürgermeister von Forst zur Wahl. Diese Umstände könnten durchaus zur Titelniederlegung seinerseits beigetragen haben.

Comments(0)

Leave a Comment