Plagiatsaffäre Guttenberg>

Einst galt der ehemalige deutsche Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als besonders vertrauenswürdig. Doch das hat sich spätestens seit der Plagiatsaffäre Guttenberg geändert. Als im Februar 2011 in der Öffentlichkeit darüber diskutiert wurde, ob der Politiker bei seiner Dissertation abgeschrieben hatte, dauerte es nur zwei Wochen, bis ihm der Doktorgrad in der Tat aberkannt wurde. An der Universität Bayreuth, an welcher der heutige Ex-Minister seinen Abschluss der Rechtswissenschaften gemacht hatte, prüfte die zuständige Kommission den Plagiatsverdacht und kam dabei zu einem vernichtenden Urteil. Sowohl die Art als auch der Umfang der Plagiate, die bei Karl-Theodor zu Guttenbergs Dissertation gefunden werden konnten, führten dazu, dass ein Täuschungsvorsatz des damaligen Bundesverteidigungsministers in den Augen der Kommission festgestellt werden konnte. Dieser Tatbestand zog auch eine strafrechtliche Verfolgung nach sich. Allerdings konnte das Ermittlungsverfahren gegen eine Zahlung von 20.000 Euro an einen gemeinnützigen Verein eingestellt werden.

Weitere Details zur Plagiatsaffäre Guttenberg

Michael Schwarz, einem Doktoranden aus Münster, fiel im Sommer 2010 auf, dass vier Passagen aus Karl-Theodor zu Guttenbergs Dissertation wörtlich von einem anderen Autor übernommen worden waren. Angesichts des politischen Amtes, welches der Minister zu diesem Zeitpunkt innehatte, ging Michael Schwarz damit jedoch zunächst nicht an die Öffentlichkeit, da ihm dies als zu brisant erschien. Vielmehr war es ein Rechtswissenschaftler der Universität Bremen namens Andreas Fischer-Lescano, der ebenfalls kopierte Passagen in Guttenbergs Dissertation entdeckte und die Universität Bayreuth im Februar 2011 schließlich über diesen Umstand informierte. Gleichzeitig wendete sich der Rechtswissenschaftler auch an die Presse, woraufhin die Vorwürfe gegen den Verteidigungsminister bereits am 16. Februar von der Süddeutschen Zeitung publik gemacht wurden. Auch eine erste Stellungnahme des damaligen Bundesverteidigungsministers hatte die Zeitung bereits eingeholt und veröffentlichte diese zusammen mit den Vorwürfen, welche die Plagiatsaffäre Guttenberg erst ins Rollen brachten.

Die Presse überschlug sich mit immer neuen Plagiatsvorwürfen, so dass Karl-Theodor zu Guttenberg nicht mehr an seiner ersten Stellungnahme, dass ein derartiger Vorwurf abstrus sei, festhalten konnte. Während er selbst am 23. Februar 2011 eine Rücknahme des ihm verliehenen Doktorandengrades erbat, schien ein Rücktritt des Ministers zu diesem Zeitpunkt noch völlig ausgeschlossen zu sein. Am 1. März 2011 legte der Verteidigungsminister sein Amt letztendlich doch nieder. Dabei erntete die Rücktrittserklärung des heutigen Ex-Ministers ebenso viel öffentliche Kritik wie die Tatsache, dass er bei seiner Dissertation abgeschrieben hatte. Deutliche, ehrliche Worte zu der Plagiatsaffäre Guttenberg fand Guttenberg selbst in den Augen vieler Beobachter nämlich nicht, sondern schien seinen Rücktritt vielmehr mit dem Wohl der deutschen Soldaten begründen zu wollen. Ein offener Umgang mit der von ihm begangenen Täuschung wäre vielen Beobachtern wohl deutlich lieber gewesen.

Eine Plagiatsprüfung ist für jeden Studenten ein Muss

Die Plagiatsaffäre Guttenberg zeigt eindrucksvoll auf, welche Negativkonsequenzen eine auch nur in Teilen abgeschriebene Dissertation im späteren Leben haben kann. Während die Rechtswissenschaften in Deutschland auch weiterhin zu den besonders beliebten Fachrichtungen gehören, kann dies nicht über das anspruchsvolle Leistungsniveau hinwegtäuschen, mit dem sich auch der ehemalige deutsche Verteidigungsminister konfrontiert sah. Anstatt jedoch ein Plagiat einzureichen und die Gefahr der eben beschrieben Negativkonsequenzen auf sich zu nehmen, wäre der ehemalige Minister mit einem Ghostwriter für Rechtswissenschaften wohl deutlich besser gefahren. Denn eine gewissenhafte Plagiatsprüfung gehört zu der Arbeit eines fachkundigen Ghostwriters immer dazu, um das eben beschriebene Szenario zu vermeiden.

Ohnehin ist eine Plagiatsprüfung vor der Abgabe einer jeden Seminararbeit oder Dissertation dringend zu empfehlen. Denn auch wenn ein Student unabsichtlich kopierte Passagen in seine Arbeit einbaut, da zum Beispiel die Quellenangaben bei indirekten Zitaten einfach vergessen werden, handelt es sich hierbei um ein Plagiat. Auf diese unbeabsichtigte Täuschung wollte sich auch der ehemalige Minister berufen, wenngleich seine Kritiker dieser Aussage angesichts des Umfangs der abgeschriebenen Textstellen wenig Glauben geschenkt haben. Obwohl viele Professoren bei der eben beschriebenen Art von Plagiat ein Auge zudrücken mögen, besteht dennoch das Risiko einer späteren Titelaberkennung sowie weiteren Konsequenzen vor allem beruflicher Natur. Auch wer seine Arbeit der Rechtswissenschaften komplett eigenständig verfasst, tut demnach gut daran, als letzten Arbeitsschritt eine Plagiatsprüfung seiner Hausarbeit oder Dissertation anzustreben. Denn diese zusätzliche Überprüfung schützt vor unbeabsichtigten Fehlern, um so später keinen hohen Preis dafür bezahlen zu müssen. Die meisten Universitäten veröffentlichen zudem gezielte Guidelines dazu, wie Textpassagen anderer Autoren direkt oder indirekt zu zitieren sind, um Plagiate zu vermeiden.

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