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Plagiatsaffäre Klaus Goehrmann

Plagiatsaffäre Klaus Goehrmann

In den letzten Jahren waren vor allem viele führende Politiker sehr öffentlich von ihren ganz eigenen Plagiatsaffären betroffen, die meist zu einem Entzug des Doktortitels geführt haben. Ebenso gibt es jedoch auch einige bekannte Figuren aus der Welt der Wirtschaft, denen es nicht viel besser ergangen ist. Klaus Goehrmann ist nur eines dieser Beispiele. Seine Doktorarbeit zum Thema „Beitrag zum technologischen-wirtschaftlichen Vergleich des gepulsten zum kontinuierlichen Laserstrahlschweißen“ hatte der im Jahr 1938 geborene Manager erst 2009 bei der TU Clausthal zur Prüfung eingereicht und dann 2010 die Doktorwürde erhalten. Im 2014 verlor er seinen Doktortitel jedoch schon wieder. Was war also passiert und wie war die Plagiatsaffäre Goehrmann überhaupt ins Rollen gekommen?

Der Plagiatsvorwurf gegen den Manager

Die Plagiatsprüfung von Klaus Goehrmanns Dissertation wurde von Martin Heidingsfelder angeregt. Dabei ist der Plagiatsfahnder durchaus kein unbeschriebenes Blatt und konnte das Fehlverhalten anderer bekannter Persönlichkeiten in der Vergangenheit ebenso aufdecken. Dazu gehört auch Karl-Theodor zu Guttenberg, der seinen Doktortitel unter anderem aufgrund der Arbeit von Martin Heidingsfelder verloren hat. Heidingsfelder regte bei Goehrmanns Arbeit gleichermaßen an, dass diese wissenschaftlich nicht korrekt sei, so dass sich die Technische Universität Clausthal zu einer Überprüfung des Vorwurfs gegen ihren Doktoranden veranlasst sah. Dabei stellte sich zeitnah heraus, dass der Manager seinen Doktortitel in der Tat nicht verdient hatte.

Immerhin zeichnete sich bei der Plagiatsprüfung verhältnismäßig schnell ab, dass es einen Forschungsbericht gab, bei dem Goehrmann, der zuvor vor allem als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG in der Öffentlichkeit stand, abgeschrieben hatte. Er griff nicht nur das Gedankengut dieses Berichts ohne entsprechende Verweise auf, sondern übernahm neben den Kernaussagen auch Fotos, Grafiken und Tabellen in seine Arbeit. Dieser Bericht war zu dem Zeitpunkt, als Goehrmann seine Dissertation zur Promotion eingereicht hatte, noch nicht öffentlich zugänglich gewesen. Aus diesem Grund konnte im Jahr 2010 auch noch niemand wissen, welches wissenschaftliche Fehlverhalten sich der damalige Doktorand hatte zu Schulden kommen lassen. Nachdem klar war, dass Klaus Goehrmann so dreist abgeschrieben hatte, entzog ihm die TU Clausthal jedoch umgehend seinen Titel. Dieses Entscheidung wurde im Februar 2014 getroffen.

Konsequenzen der Plagiatsaffäre Klaus Goehrmann

Da Klaus Goehrmann mittlerweile 78 Jahre alt ist, dürfte der Entzug seines Doktortitels kaum Auswirkungen auf das Leben des Managers gehabt haben. Dennoch hat die Plagiatsaffäre bei der TU Clausthal durchaus zu einem Umdenken geführt. Immerhin war es der erste Plagiatsfall, mit dem man sich bei dieser Einrichtung beschäftigen musste. Entsprechend nahm die Universität diesen Vorfall zum Anlass, um weitere Qualitätssicherungssysteme einzuführen, damit zukünftige Plagiatsfälle noch vor der Vergabe der Doktorwürde aufgedeckt werden können. Noch dazu gab die TU öffentlich bekannt, dass man auch über eine Überarbeitung der Promotionsordnung nachdenken wolle. Dies war ebenfalls als eine Reaktion auf die öffentliche Plagiatsaffäre Klaus Goehrmann zu verstehen.

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