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Plagiatsaffäre Marc Jan Eumann

Plagiatsaffäre Marc Jan Eumann

Die Plagiatsaffäre Marc Jan Eumann zeigt auf, dass Deutschlands Politiker trotz ihres augenscheinlichen Fehlverhaltens nicht immer unbedingt auch ihren Titel verlieren müssen. Denn wenngleich die Universität Dortmund im Anschluss an die Plagiatsprüfung der Arbeit des SPD-Mannes „große Bedenken“ hatte, durfte er seinen Titel dennoch behalten. Die Magisterarbeit aus dem Jahr 1991, die später von dem Politiker auch als Doktorarbeit eingereicht worden war, hätte Umformulierungen sowie ausgedehnte Zitate der originalen Magisterarbeit enthalten. Aus diesem Grund war der Plagiatsverdacht gegen den Medienstaatssekretär von NRW entsprechend laut geworden.

Plagiatsaffäre Marc Jan Eumann mit besonderer Brillanz

Auch wenn die Universität von einem „erheblichen wissenschaftlichen Fehlverhalten“ spricht, war der Umstand, dass Marc Jan Eumann seinen Titel behalten durfte, nicht der einzige öffentliche Kritikpunkt. Die besondere Brillanz der Plagiatsaffäre Marc Jan Eumann ist schließlich vielmehr darauf zurückzuführen, dass der Doktorvaters des Beschuldigten kurz nach der Promotion vom Land mit gut 200.000 Euro gefördert wurde.

Inwiefern hat Marc Jan Eumann abgeschrieben?

Dabei ist der Plagiatsvorwurf im Fall Marc Jan Eumann von der SPD ein grundlegend anderer als bei den meisten Politikern, deren akademischer Titel bereits aberkannt wurde. Dies ist vor allem auf den Umstand zurückzuführen, dass der Beschuldigte seine Magisterarbeit später zu seiner Doktorarbeit erweiterte. Dies ist durchaus erlaubt. Allerdings ist in diesem Zusammenhang eine bestimmte Vorgehensweise erforderlich, an die sich Eumann augenscheinlich nicht gehalten hat. Der Doktorvater der zuständigen Universität zeigte sich selbst überrascht, da er davon ausgegangen war, dass es sich hierbei um eine völlig neue Doktorarbeit gehandelt habe. Von der alten Magisterarbeit des heutigen Politikers hatte er hingegen nichts gewusst. Bei dem Ausbau seiner bestehenden Magisterarbeit hätte Eumann in den Augen der Kritiker nicht nur transparenter vorgehen, sondern diese auch wesentlich substantieller erweitern müssen. Dann wäre es wohl nicht zu der sehr öffentlichen Plagiatsaffäre Marc Jan Eumann gekommen.

Eumann hätte in seiner Dissertation also explizit auf seine vorherige Magisterarbeit verweisen müssen. Genau das tat er jedoch nicht. Im Grunde hat der Politiker bei sich selbst abgeschrieben, was in wissenschaftlichen Kreisen ebenfalls nicht gerne gesehen wird. Auf dem Formular, auf dem der Politiker hätte angeben müssen, dass seine Doktorarbeit zuvor „ganz oder teilweise in einer andere Fassung oder in Teilen“ zum Bestehen anderer Prüfungen eingereicht worden war, gab Eumann an, dass genau das nicht der Fall gewesen sei. Viele Kritiker sehen darin eine eindeutige Täuschungsabsicht. Der SPD-Mann bestreitet diese hingegen. Immerhin ist ihm wohl anzurechnen, dass er nicht bei einem anderen Autor abgeschrieben, sondern nur sein eigenes Werk recycelt hat. Sonst hätte Marc Jan Eumann seinen Titel der Universität Bochum gewiss nicht behalten dürfen.

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