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Plagiatsaffäre Schavan

Plagiatsaffäre Schavan

Nicht nur Ursula von der Leyen und Karl Theodor zu Guttenberg waren bereits von ihren ganz eigenen Plagiatsaffären betroffen. Auch Annette Schavan machte negative Schlagzeilen aufgrund eines entsprechenden Plagiatsvorwurfs. Während die Politikerin von 2005 bis 2014 Mitglied beim Deutschen Bundestag war, verlor sie ihr Ministeramt sogar durch den Plagiatsskandal, der Anfang 2013 seinen Lauf nahm. Von 2005 bis 2013 war Annette Schavan als Bildungsministerin für die Bundesrepublik Deutschland im Einsatz. Kurz nach der Plagiatsaffäre Schavan endete somit nicht nur ihre Zeit als Ministerin, sondern auch ihre politische Karriere im Bundestag. Sie ist jedoch seit 2014 in ihrer neuen Rolle als deutsche Botschafterin im Vatikan auch weiterhin politisch aktiv. Rückblickend lässt sich also feststellen, dass die politische Karriere der Annette Schavan durch die Plagiatsaffäre nicht den größtmöglichen Schaden genommen hat. Dabei war die Angst der Ex-Ministerin groß, dass sie durch ein Plagiat bei ihrer Doktorarbeit alles hätte verlieren können.

Der konkrete Plagiatsvorwurf

Der Plagiatsvorwurf geben die Ministerin kam im Mai 2012 auf. Damals wurde bekannt, dass die Ministerin bei ihrer Dissertation aus dem Jahr 1980, die sie unter dem Titel „Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung“ eingereicht hatte, abgeschrieben haben sollte. Ein Blog, der diesen Vorwurf online öffentlich erhob, wies darauf hin, dass Schavan auf gleich 94 von insgesamt 325 Seiten abgeschrieben haben solle. Nachdem die Vorwürfe immer lauter wurden, fragte die Ministerin bei dem zuständigen Promotionskomitee der Universität Düsseldorf selbst an, ob man ihre Arbeit einer Plagiatsprüfung unterziehen könne. Ein Gutachter stellte prompt eine Täuschungsabsicht bei der Doktorarbeit fest, welcher Annette Schavan selbst umgehend widersprach – und das obwohl sie das vollständige Gutachten zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal gelesen hatte.

Nun musste sich die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf also damit beschäftigen, ob man den Titel der Politikerin wirklich aberkennen sollte. Auch wenn die Ministerin selbst beteuerte, zwar Flüchtigkeitsfehler begangen, aber nicht absichtlich getäuscht zu haben, wurde ihr der Titel letztendlich aberkannt. Im Februar 2013 wurde dann bekannt, dass Annette Schavan bei der Bundeskanzlerin darum gebeten hatte, von ihrem Amt als Ministerin für Bildung und Forschung zurückzutreten – ein schwerer Schritt für Annette Schavan. Auch auf politischer Ebene blieb die Plagiatsaffäre Schavan demnach nicht ohne Folgen. Dennoch reichte die Politikerin nur wenige Wochen später eine Klage gegen die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ein, um die Entscheidung des Promotionskomitees anzufechten. Gut ein Jahr später wies das zuständige Verwaltungsgericht in Düsseldorf die Klage von Annette Schavan allerdings endgültig ab. Somit konnte die Ministerin ihren einstmaligen Titel auch auf diesem Weg nicht retten.

Die Zeit nach der Plagiatsaffäre Schavan

Nicht nur bevor es zu der Aberkennung des Titels von Annette Schavan kam, gab es viel öffentliche Kritik. Denn trotz der Plagiatsaffäre Schavan entschied sich die Universität Leipzig im Jahr 2014 dazu, der Ex-Ministerin obgleich ihres Fehlverhaltens, das erst jüngst zur Titelaberkennung geführt hatte, einen Ehrendoktortitel zu verleihen. Die Universität begründete diesen Schritt vor allem damit, dass Frau Schavan sich enorm für die Medizinische Fakultät der Universität Lübeck eingesetzt hatte, die sonst vielleicht nicht hätte gerettet werden können. Auch der Umstand, dass Annette Schavan im Februar 2014 als deutsche Botschafterin ernannt wurde, sorgte für den einen oder anderen Aufschrei. Denn um am höheren Auswärtigen Dienst teilnehmen zu können, ist ein Master- oder höherer Abschluss der Bewerber in Deutschland zwingend vorgesehen. Diesen konnte die Ministerin nun jedoch nicht mehr vorweisen. Dieser Umstand stand ihrer Entsendung als Botschafterin in den Vatikan offensichtlich nicht im Weg, so dass die Plagiatsaffäre Schavan für die Ministerin selbst ein verhältnismäßig glimpfliches Ende genommen hat.

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