HomeBlogPlagiatsaffäre Silvana Koch-Mehrin

Plagiatsaffäre Silvana Koch-Mehrin

Plagiatsaffäre Silvana Koch-Mehrin

Mit Silvana Koch-Mehrin von der FDP hat es auch eine weitere hochrangige deutsche Politikerin getroffen. Denn die Plagiatsaffäre Silvana Koch-Mehrin nahm kein glückliches Ende für die Beschuldigte. Da sich die Plagiatsvorwürfe im Sommer 2011 bewahrheiteten, verlor die Europapolitikerin ihren Doktortitel im Zuge dieser Affäre endgültig. Dabei war ihre Doktorarbeit sogar mehrfach einer eingehenden Plagiatsprüfung unterzogen worden. Während Karl-Theodor zu Guttenberg bereits viel Kritik aufgrund der umfangreichen Plagiate in seiner Arbeit erntete, waren es bei Silvana Koch-Mehrin gar 125 Plagiate, die auf nur 80 Seiten laut Aussagen der Universität Heidelberg zu finden waren. Die Kritiker sind sich daher einig, dass man der FDP-Frau ihren Titel zu Recht aberkannt hat. Das Verwaltungsgericht in Karlsruhe war sich ebenso sicher, dass es sich hierbei um einen Fall der „wiederholten und planmäßigen“ Täuschung gehandelt habe.

Wie die ersten Plagiatsvorwürfe laut wurden

Auch die Plagiatsaffäre Silvana Koch-Mehrin kam durch einen Internetnutzer ins Rollen. Im VroniPlag Wiki, welches die Plagiate vieler Politiker bereits entlarvt hat, wurden im April 2011 gleich mehrere Textstellen aus der Arbeit der FDP-Politikerin zusammengetragen, die angeblich abgeschrieben waren. Natürlich musste die Doktorarbeit, die zuvor mit der Auszeichnung „cum laude“ bewertet worden war, jedoch erst von offizieller Stelle geprüft werden, um den Plagiatsvorwurf auch tatsächlich bestätigen zu können. Die Universität Heidelberg, an der Koch-Mehrin ihre Doktorarbeit eingereicht hatte, kündigte daraufhin an, dass die Überprüfung der Arbeit bis Ende Mai des gleichen Jahres erfolgen sollte. Gleichzeitig machte die Staatsanwaltschaft der Stadt Heidelberg bekannt, dass es zu keinem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen Silvana Koch-Mehrin kommen würde. Denn eine Verjährung der möglichen Urheberrechtsverletzungen sei bereits eingetreten. Schon am 11. Mai des gleichen Jahres reagierte die Politikerin selbst auf die Affäre. Sie trat von ihrem Amt als Leiterin der Delegation der FDP im Europa-Parlament zurück. Auch Als FDP-Präsidiumsmitglied sowie als Parlamentsvizepräsidentin erklärte Silvana Koch-Mehrin ihren Rücktritt im gleichen Atemzug. Zu diesem Zeitpunkt gab die Politikerin einen Rücktritt als Europa-Parlament-Abgeordnete jedoch noch nicht bekannt.

Die Aberkennung des Doktortitels -Plagiatsaffäre Silvana Koch-Mehrin

Mitte Juni 2011 wurde dann öffentlich bekannt, dass die Universität Heidelberg der FDP-Frau ihren Doktortitel in der Tat aberkennen würde. Ihre Dissertation enthielt einfach zu viele Plagiate, so dass sich der Plagiatsvorwurf schlicht nicht von der Hand weisen ließ. Dass sie so umfangreich abgeschrieben hatte, räumte die Politikerin selbst damals nicht ein, auch wenn ihre Arbeit kein Meisterstück gewesen sei. Silvana Koch-Mehrin bestand trotz der Entscheidung ihrer Alma Mater weiterhin darauf, dass ihre Dissertation aus ihrer eigenen Leistung hervorgegangen sei. Scheinbar musste sich die Politikerin letztendlich aber doch geschlagen geben. Denn im Jahr 2014 stand sie nicht erneut als Kandidatin für das Europäische Parlament in Brüssel zur Wahl. Somit hatte die Plagiatsaffäre Silvana Koch-Mehrin für die FDP-Frau durchaus negative Karriereauswirkungen. Obwohl viele andere deutsche Politiker und Politikerinnen in der Vergangenheit ebenfalls mit ihren ganz eigenen Plagiatsaffären zu kämpfen hatten, gab es selten einen Fall, in dem so viele Plagiate bei einer Doktorarbeit festgestellt wurden. In dieser Hinsicht ist Silvana Koch-Mehrin wohl eine der traurigen Spitzenreiterinnen.

Comments(0)

Leave a Comment