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Richard Kuhn

Richard Kuhn

Richard Kuhn wurde im Jahre 1900 in Wien geboren. Er absolvierte die Volksschule und das Döblinger Gymnasium und studierte seit 1918 Chemie an den Universitäten Wien und München. Nachdem er sich als Freiwilliger an der militärischen Niederschlagung der Münchner Räterepublik aktiv beteiligt hatte, schrieb Richard Kuhn 1922 bei Richard Willstätter seine Doktorarbeit zum Thema „Über Spezifität der Enzyme“. Mit einem „Beitrag zum Konfigurationsproblem der Stärke“ konnte er sich dann im Jahre 1925 habilitieren. Er publizierte in den späten 1920er Jahren neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Untersuchungsergebnisse über Enzyme und wurde schließlich 1925 Privatdozent für Allgemeine und Analytische Chemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

Richard Kuhn untersuchte die Pflanzenpigmente und die Vitamine

Im Jahre 1926 wurde Richard Kuhn schließlich zum Ordinarius für Allgemeine und Analytische Chemie berufen. 1929 siedelte er nach Heidelberg über und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, später auch Leiter der Chemieabteilung und Inhaber der Lehrbefugnis der Ruprecht-Karls-Universität. Neben der Professur für Biochemie an der Universität Heidelberg, war Kuhn auch Gastprofessor für physiologische Chemie der University of Pennsylvania in Philadelphia. Er forschte insbesondere zu Pflanzenpigmenten und Vitaminen und entdeckte viele wissenschaftliche Details parallel zu Paul Karrer. Insbesondere synthetisierte Richard Kuhn jedoch das Pyridoxin, das Pyridoxal und Pyridoxamin. Im Jahre 1937 erhielt er schließlich den Nobelpreis für Chemie: „Für seine Arbeiten über Carotinoide und Vitamine“, welchen er allerdings erst nach Kriegsende im Jahre 1948 entgegen nehmen konnte. Während des Zweiten Weltkriegs war Richard Kuhn an der Nervengasforschung beteiligt und wirkte als wissenschaftlicher Beirat des Generalkommissars für das Sanitäts- und Gesundheitswesen. Auch denunzierte er nichtarische Kollegen aus dem Wissenschaftsbetrieb. Nach Kriegsende lehrte Kuhn zunächst in den Vereinigten Staaten und wurde nach seiner Rückkehr nach Europa Direktor am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung. Richard Kuhn starb im Jahre 1967 in Heidelberg.

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