HomeBlogRichard Willstätter

Richard Willstätter

Richard Willstätter

Richard Martin Willstätter kam im Jahre 1872 in Karlsruhe zur Welt. Er entstammte einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie und besuchte zunächst in Nürnberg das königlich bayerische Realgymnasium. Im Jahre 1890 legte Richard Willstätter in Nürnberg sein Abitur ab. Er entschloss sich, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen und studierte daher zunächst an der Ludwig-Maximilians-Universität in München bei Adolf von Baeyer Chemie. 1894 schrieb Richard Willstätter in München bei Alfred Einhorn seine Doktorarbeit über das Thema “Ueber die Constitution und Reduction der p-Methylendihydrobenzoesäure”. Nachdem er sich 1896 mit Untersuchungen in der Tropingruppe habilitiert hatte, wirkte Richard Willstätter zunächst bis 1902 in München als Privatdozent. Schließlich wurde er zum außerordentlichen Professor in München ernannt und folgte 1905 einem Ruf nach Zürich als Lehrstuhlinhaber für allgemeine Chemie am Eidgenössischen Polytechnikum.

Richard Willstätter wurde der Nachfolger des berühmten Fritz Haber

1912 wurde Richard Willstätter Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie und folgte damit einer Werbung des berühmten Fritz Haber. In Berlin erhielt er außerdem eine Lehrbefugnis als Honorarprofessor und wirkte nach Beginn des Ersten Weltkrieges an der Entwicklung des Gasmaskenfilters mit. Dafür wurde ihm später das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Für seine bahnbrechenden Untersuchungen der Farbstoffe im Pflanzenreich, vor allem des Chlorophylls, wurde Willstätter 1915 schließlich der Nobelpreis für Chemie verliehen. Außerdem war er Ehrendoktor zahlreicher Universitäten des In- und Auslandes und ab 1920 auch „Geheimer Rat“. 1916 wurde Richard Willstätter Nachfolger von Adolf von Baeyer an der Universität München und Lehrstuhlinhaber. In München erlebte er entsetzt den Hitler-Putsch von 1923 und das Aufkeimen des Antisemitismus. 1924 wurde Richard Willstätter als Nachfolger von Fritz Haber zum Präsidenten der Deutschen Chemischen Gesellschaft in Berlin gewählt. Unter dem Eindruck des zunehmenden Antisemitismus in München, trat er 1925 als Ordinarius zurück und wirkte als Privatdozent für Chemie in Zürich. Nach Hitlers Machtergreifung und der zunehmenden Verfolgung von Juden in Deutschland, floh Richard Willstätter 1939 in die Schweiz. Er starb im Jahre 1942 in Muralto.

Comments(0)

Leave a Comment