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Uni-Aufnahmeprüfung in Südkorea

Uni-Aufnahmeprüfung in Südkorea

Uni-Aufnahmeprüfung in Südkorea unterscheidet sich stark von dem deutschen Uni-Aufnahmetest. An einem Tag nehmen eine halbe Million südkoreanische Oberschüler an einem achtstündigen Universitätseignungstest, sog. Suneung, teil. Die Vorbereitungen auf die lebenswichtigste Prüfung fangen schon seit der ersten Klasse an. Der Test bestimmt alles und entscheidet über den Rest des Lebens der jungen Südkoreaner. Auf dem Spiel stehen der gute Ruf, ein gut bezahlter Beruf und erfolgreiches Privatleben. Alle Menschen, die den Universitätseignungstest nicht bewältigen, werden als Verlierer angesehen.

An diesem einzigartigen Tag im Jahr wird die ganze Nation in einen Ausnahmezustand versetzt: tausende Polizisten sowie hunderte Rettungswagen sind im Einsatz und im Notfall die Oberschüler zur Prüfung zu eskortieren. Überdies beginnen an diesem Tag die Menschen später ihren Arbeitstag, um die Verkehrsmittel zu entlasten oder das Stehen im Stau zu vermeiden. Sogar die Aktienmärkte öffnen später. Am Tag der Prüfung gilt auch Flugverbot, damit die Schüler während des Hörverstehens nicht abgelenkt werden. Ebenfalls Militärübungen müssen unterbrochen werden. Alles zum Wohle der Schüler.

Vorbereitungen auf die Uni-Aufnahmeprüfung in Südkorea

In Südkorea kann man von einem Nachhilfestunden-Wahn sprechen. Eltern geben gut über tausend Euro monatlich aus, um die Kinder schon von Kindheit an auf die Uni-Aufnahmeprüfung gut vorzubereiten. Das sind rund über 14 Milliarden Euro jährlich. In Südkorea befindet sich ca. 100.000 Nachhilfeinstitute, die die jungen Südkoreaner auf Uni-Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Es sollte niemanden wundern, dass es in Südkorea mehr Privatlehrer als staatliche gibt.

Die Schule beginnt bereits um 7 Uhr, anschließend folgen viele Nachhilfestunden bis 22 und Hausaufgaben werden oft bis zu Mitternacht – so sieht ein typischer Tag eines jungen Südkoreaners aus. Das geht selbstverständlich mit hervorragender Leistung einher: südkoreanische Schüler brillieren beim PISA-Test. Das Bildungssystem wird als eines der besten weltweit angesehen. Leider halten nicht alle das schnelle Tempo durch. In Südkorea wird die höchste Selbstmordrate auf der Welt verzeichnet. Der Leistungsdruck in der Schule ist so groß, dass die Hälfte der Schüler zugibt, wenigstens einmal im Jahr an Selbstmord zu denken.

Es gibt überdies sehr viele Familien, die ihre Kinder ins Ausland schicken, damit diese im Ausland ihre Sprachkenntnisse (Englisch) vervollkommnen. meistens wandert die Mutter mit dem Kind aus und der Vater bleibt im Heimatstaat, wo er das Geld verdient.
Die Freude nach dem Test ist riesig. Südkoreanische Schüler werfen ihre Lehrbücher zusammen aus dem Fenster und freuen sich, dass sie schon diese Etappe hinter sich haben.

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