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Was gehört ins Abkürzungsverzeichnis?

ins Abkürzungsverzeichnis gehört

Bei einer Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit gibt es viele formale Vorgaben, die von den Studenten zu erfüllen sind. Dazu gehört auch das Abkürzungsverzeichnis. Dabei ist nicht allen akademischen Titelanwärtern klar, was ins Abkürzungsverzeichnis gehört, welche Begriffe wie abzukürzen sind, und an welcher Stelle sich das Abkürzungsverzeichnis in die eigene Arbeit einreihen sollte. Sollten Abkürzungen wie „usw.“ ebenfalls in solch ein Verzeichnis aufgekommen werden? Was ist mit Abkürzungen wie „z.B.“ oder „u.a.“? Wer sich bei diesen Fragen noch unsicher ist, wird hier die passenden Antworten finden.

Was ins Abkürzungsverzeichnis gehört und was nicht

Bevor wir näher darauf eingehen, was ins Abkürzungsverzeichnis gehört, sollten die Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit zunächst wissen, dass so wenige Abkürzungen wie möglich zu verwenden sind. Immerhin können zu viele Abkürzungen dazu führen, dass der Lesefluss empfindlich gestört wird. Dabei sollen Abkürzungen eigentlich dem umgekehrten Zweck dienen und zu einem angenehmeren Lesefluss beitragen. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn sich der Leser die Bedeutung der Abkürzungen mit der Zeit relativ gut merken kann und nicht zu viele Abkürzungen in einem Satz erscheinen. Sonst liest der Leser den Satz mit den Abkürzungen vielleicht nur oberflächlich, ohne die Abkürzungen in seinem Kopf zu übersetzen und ein tieferes Verständnis für die logischen Zusammenhänge zu entwickeln.

Darüber hinaus ist die Verwendung von Abkürzungen auch nur dann sinnvoll, wenn es sich um Begriffe handelt, die relativ lang sind und recht häufig verwendet werden. Eine Abkürzung für einen Begriff einzuführen, der im gesamten Text nur zweimal erwähnt wird, ist nicht empfehlenswert. Was demnach nicht ins Abkürzungsverzeichnis gehört, sind Abkürzungen für Begriffe, die nur sehr selten im Text genannt werden. Denn in diesem Fall ist es einfach sinnvoller, die Begriffe auch bei der zweiten Nennung auszuschreiben, anstatt eine weitere Abkürzung einzuführen. Die Verfasser der Abschlussarbeit sollten daher in Abhängigkeit von der Anzahl der Abkürzungen, die sie bereits in ihrer Arbeit verwendet haben, entscheiden, ob das Einführen einer weiteren Abkürzung wirklich zu empfehlen ist. Was tatsächlich ins Abkürzungsverzeichnis gehört, sollte im Übrigen nicht nur dort, sondern auch im Textverlauf als Abkürzung eingeführt werden. Wie das genau funktioniert, verrät der nachfolgende Abschnitt.

Abkürzungen sind auch im Text zu kennzeichnen

Was ins Abkürzungsverzeichnis gehört, sollte auch im Text als Abkürzung eingeführt werden. Wer Volkswagen in Zukunft zum Beispiel mit der Abkürzung „VW“ abkürzen möchte, sollte die Abkürzung bei der ersten Nennung des Begriffs im Text in Klammern schreiben. Wird der Begriff im Text dann ein zweites Mal verwendet, so sollte der Autor von nun an nur noch die Abkürzung nutzen. Gleichzeitig ist die Abkürzung in das Abkürzungsverzeichnis aufzunehmen, welches auf einer der vorderen Seiten einer Abschlussarbeit zu finden ist.
Jedes Abkürzungsverzeichnis sollte die im Text enthaltenen Abkürzungen in alphabetischer Reihenfolge auflisten. In der linken Spalte ist die Abkürzung zu finden, während die rechte Spalte aufzeigt, was die jeweilige Abkürzung bedeutet. Das Abkürzungsverzeichnis ist selbstverständlich mit einer Seitenzahl zu versehen, wobei dabei römische Zahlen, die kleingeschrieben werden, zum Einsatz kommen. Bezüglich der Einreihung des Abkürzungsverzeichnisses sollten die Verfasser einer Haus-, Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit wissen, dass das Inhalts-, Abbildungs- sowie das Tabellenverzeichnis zuerst erscheinen, bevor das Abkürzungsverzeichnis vor dem eigentlichen Inhalt der Arbeit folgt.

Bei der Wahl der Abkürzung ist darauf zu achten, dass die gängigen Abkürzungen verwendet werden. Die Abkürzung „VW“ ist zum Beispiel den meisten Menschen geläufig. Volkswagen mit „VWN“ abzukürzen wäre daher unsinnig und würde im Zweifel nur zu Verwirrungen führen. Der Autor sollte sich nur dann eigene Abkürzungen ausdenken, wenn dies wirklich unbedingt erforderlich ist. „Leistner“ können den Studenten in dieser Hinsicht behilflich sein. Dabei handelt es sich um Bücher, die internationale Abkürzungen für verschiedene Zeitschriften, Magazine, Tageszeitungen, Gesetze, Wörter- und Handbücher enthalten, welche die Autoren dann in ihrer eigenen Arbeit verwenden können.

Nur Fachbegriffe gehören in das Abkürzungsverzeichnis

Die Antwort auf die Frage, was ins Abkürzungsverzeichnis gehört, konzentriert sich, wie bereits zu Anfang angedeutet, rein auf Fachbegriffe. Übliche Abkürzungen sollten dort hingegen nicht aufgelistet werden. Abkürzungen wie „d.h.“ oder „vgl.“ sollten auch fachfremden Lesern bekannt sein und haben daher nichts im Abkürzungsverzeichnis zu suchen. Inwiefern solche Abkürzungen allerdings in der eigenen Arbeit verwendet werden dürfen, hängt von der jeweiligen Prüfungsordnung ab. Denn es gibt durchaus Vorgaben, die vorsehen, dass derartige Abkürzungen zu vermeiden sind und Ausdrücke wie „z.B.“ zum Beispiel immer ausgeschrieben werden sollte. Anders sieht es hingegen mit Abkürzungen aus, die sich bei der Kennzeichnung einer Quelle oder bei den bibliographischen Angaben am Ende einer Arbeit nicht vermeiden lassen.

Abkürzungen wie „Hrsg.“ (Herausgeber) oder „Bd.“ (Band) sollten durchaus genutzt werden, ohne dass sie einer Erklärung im Abkürzungsverzeichnis bedürfen. Auch Akronyme wie „USA“ dürfen im Text verwendet werden, ohne dass diese Begriffe eine Auflistung im Abkürzungsverzeichnis erfordern. In diesem Fall gilt es die Prüfungsordnung der eigenen Universität jedoch insofern zu überprüfen, als dass ein Ausschreiben des Begriffs („Vereinigte Staaten von Amerika“) wohlmöglich im Kontext einer wissenschaftlichen Arbeit zu bevorzugen ist. Im Übrigen spielt es keine Rolle, ob die Abkürzungen im Fließtext oder nur in den Fußnoten der Arbeit vorkommen. Auch wenn in den Fußnoten Abkürzungen verwendet werden, müssen diese selbstverständlich im Abkürzungsverzeichnis aufgelistet werden. Bei Abkürzungen, die in einer Tabelle oder bei einer Abbildung zu finden sind, gilt hingegen eine andere Regelung. Diese sind nicht in das Abkürzungsverzeichnis aufzunehmen, sondern können mittels einer entsprechenden Legende an Ort und Stelle erläutert werden.

Juristische Abkürzungen richtig verwenden

Wenn es um juristische Abkürzungen geht, liegt ein Sonderfall vor. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Abkürzungen bei Haus- und Abschlussarbeiten im juristischen Bereich besonders gebräuchlich sind. In diesem Fall muss der Autor alle juristischen Abkürzungen nicht unbedingt in einem eigenen Abkürzungsverzeichnis zu Beginn der Arbeit aufführen. Vielmehr reicht es völlig aus, im Literaturverzeichnis ein Abkürzungsverzeichnis zu nennen, welches nicht nur weit verbreitet und gebräuchlich ist, sondern auch in gedruckter Form als Nachschlagewerk zur Verfügung steht. Somit sind die Verfasser der Arbeiten von der Last befreit, ihr eigenes Abkürzungsverzeichnis für viele juristische Fachbegriffe erstellen zu müssen. Ist ein Fachbegriff in dem Abkürzungsverzeichnis, welches im Literaturverzeichnis als Quelle angegeben wird, jedoch nicht zu finden, so gehört die Abkürzung des jeweiligen Fachbegriffs selbstverständlich in das Abkürzungsverzeichnis des Autors.

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