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Wie werte ich Literatur aus?

Literaturauswertung

Nicht nur das Heraussuchen der passenden Quellen für ihre Abschlussarbeit ist für viele Studenten eine echte Herausforderung. Auch die anschließende Literaturauswertung ist mit einer Reihe von Tücken verbunden. Das gilt besonders dann, wenn der Autor viel zu viele Quellen herausgesucht hat und sich nun mit einer viel zu großen Menge an Informationen, die er oder sie unmöglich alle durchlesen kann, konfrontiert sieht. Spezielle Lesetechniken und ein methodisches Vorgehen sind bei der gekonnten Literaturauswertung demnach unerlässlich, um einen Zustand der Überforderung zu vermeiden und die für die eigene Arbeit benötigt Informationen möglichst effektiv beschaffen zu können. Welche Tipps den angehenden Absolventen bei der Literaturauswertung weiterhelfen können, verraten die nachfolgenden Abschnitte.

Literaturauswertung – Quellen gezielt lesen

Zur Literaturauswertung ist das Durchlesen der gesammelten Informationen selbstverständlich erforderlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Quelle vom Anfang bis zum Ende Wort für Wort durchgelesen werden muss. So viel Zeit kann schließlich fast niemand aufbringen. Um die passende Lesetechnik bei der entsprechenden Quelle anwenden zu können, ist es wichtig, dass die Quellen von Anfang an in verschiedene Quellarten unterteilt werden. So gibt es zum Beispiel Quellen, die der allgemeinen Übersicht dienen. Bei diesen Quellen ist es am sinnvollsten, wenn diese komplett oder nahezu komplett durchgelesen werden. Auf diese Art und Wiese kann sich der Autor schließlich erst einmal einen Überblick über das grundlegende Thema verschaffen.

Andere Quellen dienen vielleicht nur dazu, um einen bestimmten Begriff genau zu definieren. Bei diesen Quellen werden am besten nur die Passagen näher beleuchtet, die den besagten Schlüsselbegriff, nachdem aktuell gesucht wird, enthalten. Texte, die als Quelle herangezogen werden sollen, um die eigene Argumentation voranzutreiben, können zunächst überflogen werden, um sich einen Überblick über die generelle Argumentationskette zu verschaffen. Dann folgt das genauere Lesen, bei dem es darum geht, die Argumentationskette bis ins kleinste Detail zu verstehen. Dazu kann es bei der Literaturauswertung durchaus erforderlich sein, dass der Text mehrmals gelesen wird. Das ist gerade bei sehr komplexen Argumenten wichtig, um auch wirklich keinen Denkfehler zu machen.

Zudem gibt es ein weitere Lesetechnik, die bei der gezielten Literaturauswertung zum Einsatz kommen kann. Hierbei wird der Text überflogen, indem der Schreiberling einzelne Textpassagen überfliegt, während er oder sie andere Textstellen, die weniger relevant erscheinen, einfach überspringt. Dabei geht es vor allem darum, sich Anregungen für die eigene Arbeit zu holen. Diese Lesetechnik kommt meist am Anfang zum Einsatz, wenn der Autor noch keine klare Vorstellung von seiner späteren Argumentation hat. Wer weiß, welche Lesetechnik wann anzuwenden ist, macht es sich bei der Auswertung seiner Quellen auf jeden Fall entschieden leichter!

Typische Fehler, die zu vermeiden sind

Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass der Schreiberling einfach alle Quellen vom ersten bis zum letzten Wort komplett undifferenziert liest. Denn dann kann es schnell zu einem sogenannten „Overflow“ an Informationen kommen. Einen klaren Kopf zu bewahren und den Überblick zu behalten, ist in solch einer Situation fast unmöglich. Dafür schwirren einfach viel zu viele Informationen im Kopf des Autors herum. Dieses Vorgehen kostet nicht nur viel zu viel Zeit, sondern der Autor weiß am Ende wahrscheinlich immer noch nicht, welche Quellen für seine Arbeit relevant sind und wie er diese Informationen strukturieren und aufbereiten soll.

Undifferenziert Notizen zu allen Quellen, die der Autor ausfindig machen konnte, zu machen, ist ebenso sinnlos. Denn das bedeutet, dass die Notizen am Ende erneut ausgewertet werden müssen, um wichtige Informationen herauszufiltern und alle Details, die überhaupt nicht relevant sind, anschließend zu verwerfen. Besser ist es also, wenn der angehende Absolvent gleich mit einer Art rotem Faden an seine Arbeit herangeht und nur die Informationen heraussucht, die zu seinem roten Faden zu passen scheinen. Einige Übersichtsartikel können dabei anfangs komplett durchgelesen werden, da es dem Schreiberling so wohlmöglich leichter fällt, überhaupt einen roten Faden für seine Arbeit zu entwickeln.

Tipps zur finalen Auswertung der Quellen

Natürlich ist es wichtig, sich zu den ausgewerteten Quellen Notizen zu machen, um diese dann in der eigenen Arbeit verwenden zu können. Dazu arbeitet der Autor am besten ein sogenanntes Exzerpt zu jeder der relevanten Quellen aus. Das bedeutet, dass der Schreiberling nicht nur alle Informationen zu der Quelle festhält, die später für die Bibliographie benötigt werden. Vielmehr geht es darum, die Quelle thematisch in den Kontext der eigenen Arbeit einzuordnen. Zentrale Thesen, Ergebnisse und Aussagen der Quelle sollten festgehalten werden. Gleiches gilt auch für alle wörtlichen Zitate, welche der Autor übernehmen möchte. Dabei darf die genaue Quellenangabe natürlich nicht fehlen.

Außerdem ist es bereits in diesem Stadium der Auswertung sinnvoll, wenn der Autor sich seine eigenen Kommentare zu der Quelle sowie mögliche Querverweise notiert. Denn so entsteht nach und nach eine Argumentationskette, von der die Qualität der eigenen Arbeit nur profitieren kann. Auch Fragen, die noch nicht beantwortet sind und für die eventuell eine weitere Quelle herangezogen werden muss, können in diesem Schritt notiert werden. Selbst wenn es Gründe gibt, an der Argumentation der Quelle zu zweifeln, oder der Autor Kritik ausüben möchte, sind diese Informationen zu notieren. Diese Exzerpte helfen den angehenden Absolventen dann enorm bei der späteren Ausarbeitung ihrer Abschlussarbeit.

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