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Das perfekte Alter für Existenzgründung

Gründerinnen und Gründer sind so verschieden wie ihre jeweiligen Geschäftsideen und Geschäftsmodelle – auch hinsichtlich ihres Alters. Das perfekte Alter für Existenzgründung gibt es folglich nicht. Im Vordergrund steht vielmehr die Leidenschaft des Gründers oder der Gründerin für die Geschäftsidee und wie sehr er oder sie sich mit ihr identifizieren kann – mit dem Alter hat das nichts zu tun. Dennoch können sich Gründer in Bezug auf ihr Alter natürlich unterscheiden, auch wenn man typischerweise mit Gründern in erster Linie jüngere Generationen verbindet. Jedoch muss man auch beachten, dass manche Ausbildungen ungleich mehr Zeit in Anspruch nehmen – so zum Beispiel ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium oder die Staatsexamen in Jura. Dem gegenüber können klassische duale Ausbildungsberufe zum Teil schon nach zwei Jahren abgeschlossen werden. Ganz allgemein ist eine abgeschlossene Ausbildung zwar keine zwingende Voraussetzung für eine Existenzgründung – kann aber definitiv hilfreich sein. Allein die unterschiedlichen Werdegänge und Optionen, die Gründern offen stehen, zeigen aber, dass es das perfekte Alter für Existenzgründung nicht gibt. Sehr viel bedeutender ist es, dass der Gründer sich reif und bereit fühlt, den Schritt der Unternehmensgründung zu gehen – und das kann in jedem Lebensalter sein.

Das perfekte Alter für Existenzgründung ist jetzt

Natürlich können Gründungen in verschiedenen Lebensphasen Vor- und Nachteile haben – ohne für sich zu beanspruchen, das perfekte Alter für Existenzgründung zu sein.
Eine Gründung in jüngeren Jahren hat den Vorteil, dass gerade junge Gründer oftmals bereit sind, überdurchschnittlich viel Arbeit und Energie in ihr Vorhaben zu investieren und auch die Energie und das Durchhaltevermögen haben, dieses umzusetzen. Außerdem befinden sich junge Unternehmer oft in einer Lebensphase, in der sie noch flexibel und nicht durch familiäre Verpflichtungen ortsgebunden sind. Ergeben sich anderswo bessere Möglichkeiten für das Start-up, können sie also rasch und unkompliziert ihren Standort wechseln. Auch sind viele junge Leute heute extrem gut und oft auch global vernetzt – sei es über soziale Netzwerke oder aufgrund von Auslandsaufenthalten während Studium oder Ausbildung. Dies kann einem Start-up-Unternehmen oft nur zugutekommen. Gleichzeitig bedeutet ein junges Alter, dass Arbeits- und Lebenserfahrung fehlen. Viele Situationen können junge Gründer überfordern – gerade in der Arbeit und Kommunikation mit älteren, erfahreneren Parteien kann das nachteilige Folgen haben. Durch die fehlende Arbeitserfahrung müssen sich diese Gründer außerdem im Gründungsprozess und in der folgenden Zeit im Unternehmen Kenntnisse und Eigenschaften aneignen, die andere schon durch Zeiten in anderen Unternehmen oder eigenen Projekten sammeln konnten. Auf einen reichen Erfahrungsschatz kann also selten zurückgegriffen werden. Ebenso schwierig kann es sich für junge Gründer gestalten, Kapitalgeber oder Banken von sich zu überzeugen. Ohne Sicherheiten oder vorweisbare Erfahrungen, kann das Sichern externer finanzieller Mittel sich als echte Herausforderung darstellen.
Gründer mittleren Alters haben den Vorteil, dass sie bereits Arbeits- und auch Lebenserfahrung sammeln konnten, die sie ins Gründungsunternehmen einbringen können. Auch ist das Auftreten gegenüber Dritten oftmals gefestigter und selbstbewusster – was besonders im Zusammenhang mit externen Kapitalgebern relevant sein kann. Gründer mittleren Alters überlegen sich  Existenzgründungen oft lang und gründlich – besonders, wenn eine Gründung aus einer bestehenden Position heraus entsteht. Die Geschäftsideen haben somit in den meisten Fällen Hand und Fuß und folgen nicht einfach aktuellen Trends. Oft sind auch eigene Mittel vorhanden, um die Gründung zu finanzieren. Nachteile für Gründer mittleren Alters können die bereits etablierten Strukturen sein, die sich aus familiären Strukturen und so weiter ergeben. Gerade im mittleren Lebensalter ist die Zeit der Familiengründung- und Entwicklung noch in vollem Gange – was nicht immer in Einklang mit einer stressigen und arbeitsintensiven Gründung steht. Auch haben viele Personen mittleren Alters ganz andere Verantwortungen zu tragen, die einer Gründung entgegenstehen können bzw. diese erschweren können. Das kann etwa die Pflege älterer Angehöriger sein oder finanzielle Verpflichtungen, z.B. für eine Immobilie. Die monetären Ansprüche sind bei diesen Gründern dann von Vorneherein höher, ebenso wie ein Scheitern der Gründungsidee im Zweifelsfall die ganze Familie betreffen kann.

Ältere Gründer können von ihrer langjährigen Lebens- und Arbeitserfahrung ganz klar profitieren. Entsprechend selbstbewusst und gefestigt können sie als Geschäftsführer auftreten. Oftmals stehen auch finanzielle Mittel in größerem Umfang für eine Gründung zur Verfügung, beispielsweise über Ersparnisse oder unproblematische Kreditaufnahmen aufgrund vorhandener Sicherheiten. Auch haben ältere Gründer oft keine familiären Verpflichtungen in größerem Ausmaße mehr und können sich so voll und ganz dem Gründungsunternehmen widmen. Gerade ältere Gründer müssen sich aber bewusst sein, dass eine  Existenzgründung mit hohem Stress, einer extremen Arbeitsbelastung und unregelmäßigen Arbeitszeiten einhergehen kann. Nicht jeder ist hierfür gewappnet. Je nach Branche ist es darüber hinaus wichtig, gerade in den Bereichen der digitalen und technologischen Neuerungen auf dem neusten Stand zu sein. Damit soll nicht impliziert werden, dass dies älteren Generationen nicht möglich ist – im Gegenteil zu den digital natives steht dem aber ein zeitintensiverer Lernprozess gegenüber.

Bei allen Vor- und Nachteilen wird deutlich, dass es das perfekte Alter für Existenzgründung schlichtweg nicht gibt. Die Vorteile einer Altersgruppe sind die Nachteile der nächsten – so dass im Endeffekt doch wieder der oder die Gründerin als Individuum mit seiner Geschäftsidee im Fokus steht. Ungeachtet des Alters gilt für alle Gründer, dass ein guter Businessplan Ausgangspunkt und Basis einer jeden Gründung sein sollte.

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