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Ghostwriter von Erich Honecker

Der ehemalige Generalsekretär der SED und letzte Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, gilt vielen Historikern als ein kleiner Mann, der doch so gern ein großer Politiker geworden wäre und der sich nur wünschte, von seinem Volk geliebt zu werden. Letztendlich waren jedoch die Maßnahmen, welche er ergriff, um diese Ziele zu erreichen und unter denen besonders der Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 und das soziale Wohnungsbauprogramm hervor stachen, recht wenig geeignet. Aber auch publizistisch war der kleine Saarländer, der den Beruf des Dachdeckers erlernt und der so gern einmal als Staatsmann in die USA gereist wäre, nicht ganz untätig. So verfasste Erich Honecker, angeblich auf Wunsch von Pergamon Press Frankfurt, Oxford, New York, Toronto, Sidney und Paris, für die berühmte Reihe „Leaders oft he World“, unter dem Titel „Aus meinem Leben“ seine Autobiographie. Natürlich entstand das insgesamt 507 Seiten starke Werk, welches insbesondere sein Leiden und Kämpfen unter der Herrschaft des Nationalsozialismus schildert und sich bemüht, sowohl Mauerbau, wie auch Wohnungsbauprogramm der DDR im Detail als notwendige Schritte zu rechtfertigen, um die BRD einzuholen, nicht ohne die fundamentale Hilfe eines erfahrenen Ghostwriters. Als Ghostwriter von Erich Honecker agierte dabei Frank-Joachim Herrmann.

Der Ghostwriter von Erich Honecker saß im Wendeherbst vor einem Untersuchungsausschuss

Frank-Joachim Herrmann wirkte insgesamt 21 Jahre lang nicht nur als Diplomat, sondern vor allem auch als der Mann an Honeckers Seite. So war er nicht nur der Ghostwriter von Erich Honecker und dessen Redenschreiber, sondern zugleich auch persönlicher Referent und Mitarbeiter, Leiter der Kanzlei des Staatsratsvorsitzenden, Staatssekretär und schließlich auch Mitglied des Zentralkomitees der SED. Mit dem Ende der DDR flüchtete sein einstiger Vorgesetzter, dem er im Nachhinein Autoritätsgehabe und einen Hang zur Rechthaberei attestierte, zunächst nach Moskau. Sein Ghostwriter Frank-Joachim Herrmann stellte sich allerdings erst einmal einem Untersuchungsschuss und veröffentlichte später unter dem Titel „Der Sekretär des Generalsekretärs“ unter Mithilfe namhafter Redakteure des „Neuen Deutschlands“ seine eigenen Memoiren. Auch Sie können aus dem Können eines Ghostwriters Publicity ziehen. Versierte Ghostwriter finden oft bessere Worte und Wendungen, als Sie.