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Ghostwriter von Goebbels

Ghostwriter von Goebbels

Auch, wenn es in der Geschichtsschreibung oft heißt, Joseph Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, sei als promovierter Germanist und begabter Volksredner derartig rhetorisch begabt gewesen, dass er keinen Ghostwriter gebraucht habe, so entspricht dies nicht den Tatsachen. Der Ghostwriter von Goebbels war nämlich Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe, geboren im Jahre 1906 in Bückeburg.

Ein Adliger wird zum Ghostwriter von Goebbels

Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe verwaiste bereits frühzeitig und wuchs daher unter Vormundschaft seines großen Bruders Adolf auf. In der unmittelbaren Nähe des zum Familienbesitz gehörenden Bonner Palais Schaumburg studierte Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe schließlich Jura und erlebte während der Weimarer Republik den Verfall von Macht und Vermögen seiner Familie, was er als äußerst bedrohlich empfand. Obwohl er keinerlei Geldsorgen hatte, suchte der als 22-Jähriger von seinem Bruder finanzierte Jurist, welcher keiner eigenen Betätigung nachgehen musste, aus finanzieller Sorge heraus die Nähe zu Adolf Hitler, ehe er schließlich der Ghostwriter von Goebbels wurde. Bereits im Herbst 1929 wurde er in die NSDAP aufgenommen und repräsentierte hier als einer der ersten führenden Vertreter den deutschen Hochadel. Zunächst betätigte er sich hier als Mitarbeiter von Robert Ley, dem Gauleiter von Köln-Koblenz, als Herausgeber von Pressorganen der SA und außerdem auch als einer der ersten sogenannten Reichsredner. Mit der Gründung des Propagandaministeriums unter Joseph Goebbels, am 1. April 1933, wurde Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe nicht nur dessen Adjutant, sondern auch zum Ghostwriter von Goebbels. Inzwischen zum Ministerialrat im Propagandaministerium und sogar zum Standartenführer der SA ernannt, wurde Friedrich Christian Prinz zu Schaumburg-Lippe von 1945 bis 1948 interniert, ehe er sich in den 1950er Jahren schließlich wieder publizistisch betätigen durfte.