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Ghostwriter von Hans Filbinger

Der während seiner Zeit als nationalsozialistischer Marinerichter und Marinehilfskriegsgerichtsrat in diverse Strafverfahren gegen Angehörige der Kriegsmarine verwickelte Hans Karl Filbinger wirkte von 1966 bis 1978 als Ministerpräsident des Bundeslandes Baden-Württemberg, als Landesvorsitzender der CDU und als deren stellvertretender Bundesvorsitzender. Bis zu seinem Rücktritt von allen politischen Ämtern im Sommer 1978 war Filbinger jedoch gehalten, zahlreiche öffentliche Reden und Auftritte zu absolvieren. Zu diesem Zweck beschäftigte er zeitweise eigens einen prominenten Ghostwriter. Als Redenschreiber und Ghostwriter von Hans Filbinger wirkte zwischen 1959 und 1971 der Sohn des Generalfelsmarschalls Erwin Rommel, Manfred Rommel.

Vom Ghostwriter von Hans Filbinger zum Oberbürgermeister von Stuttgart

Manfred Rommel wurde 1928 in Stuttgart geboren. Sein Vater war der berühmte „Wüstenfuchs“ und Generalfeldmarschall Erwin Rommel, welcher als der populärste Soldat des Dritten Reiches galt und der wegen angeblicher Mitwisserschaft um das Hitler Attentat zum Selbstmord gezwungen wurde. Manfred Rommel desertierte vom Reichsarbeitsdienst, holte nach Kriegsende das Abitur nach und studierte schließlich in Tübingen Rechts- und Staatswissenschaften, ehe er schließlich der Ghostwriter von Hans Filbinger wurde. Seine erste Anstellung erhielt Manfred Rommel in der Landesverwaltung. 1959 wurde er schließlich Regierungsrat, persönlicher Referent und auch Ghostwriter des damaligen baden-württembergischen Innenministers Hans Filbinger. 1971 wurde Manfred Rommel schließlich Ministerialdirektor im Finanzministerium und schließlich auch Staatssekretär. 1974 wurde er zum Oberbürgermeister von Stuttgart gewählt. In seinem Bemühen um das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg unterlag er jedoch seinem Kontrahenten Lothar Späth. Aufsehen erregte der ehemalige Ghostwriter von Hans Filbinger und damalige Oberbürgermeister von Stuttgart auch mit seiner Entscheidung, die in der JVA Stammheim zu Tode gekommenen Terroristen Gudrun Ensslin, Jan-Carls Raspe und Andreas Baader gemeinsam auf einem Stuttgarter Friedhof beisetzen zu lassen.