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Ghostwriter von Helmut Kohl

Helmut Kohl machte nicht nur als Ministerpräsident und als Kanzler der deutschen Einheit von sich reden. Er veröffentlichte auch zahlreiche Schriften, meist politischen Inhalts, jedoch auch Tagebücher und Erinnerungen. Erst mehr als 5 Jahre nach dem Ende seiner Kanzlerschaft beauftragte Helmut Kohl, der übrigens auch einen Redenschreiber beschäftigt hatte, einen Ghostwriter damit, seine Memoiren zu verfassen. Der erste Teil der Memoiren von Helmut Kohl trug den Titel „Erinnerungen, 1930 – 1982“ und wurde von ihm selbst im Frühjahr 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der zweite Teil seiner Memoiren beinhaltete die Regierungsjahre als Kanzler und gelangte am 3. November 2005 an die Öffentlichkeit. Der dritte Teil, der sich den Jahren bis 1994 widmet, erschien am 16. November 2007. Es ist jedoch noch ein finaler vierter Band geplant. Mit dem Auftragsschreiber und Ghostwriter von Helmut Kohl gibt es derzeit jedoch einen von der Öffentlichkeit viel beachteten Rechtsstreit, in dem es um die Eigentumsrechte an Tonbändern geht, welche Kohl als Arbeitsgrundlage für seinen Ghostwriter besprochen hat. Als Auftragsschreiber und Ghostwriter von Helmut Kohl wirkte Heribert Schwan.

Der Ghostwriter von Helmut Kohl wird von seinem Auftraggeber verklagt

Heribert Schwan wurde im Jahre 1944 geboren, studierte zunächst Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften, ehe er schließlich über die Rundfunkpolitik der französischen Besatzungsmacht promovierte. Zunächst wirkte Heribert Schwan dann als freier Autor für Radio Bremen, den Saarländischen Rundfunk und für den Südwestfunk, ehe er schließlich Redakteur beim Deutschlandfunk wurde. Es schlossen sich diverse Tätigkeiten bei ARD und beim Westdeutschen Rundfunk an, durch welche sich Heribert Schwan schließlich zum Experten für die Geschichte des Dritten Reiches entwickelte. Er wirkte als Autor und Co-Autor und publizierte unter anderem Biografien von Richard von Weizsäcker, Helmut Kohl, Johannes Rau, Oskar Lafontaine, Wolfgang Schäuble, Roman Herzog und Erich Mielke. Als Auftragsschreiber und Ghostwriter von Helmut Kohl verfasste er in dessen Auftrag Kohls bisher dreibändiges Memoiren-Werk. 2014 verklagte ihn Helmut Kohl mit Erfolg auf Herausgabe der Tonbänder, die als Arbeitsgrundlage der Memoiren gedient hatten.