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Ghostwriter von Josef Stalin

Dass auch große Diktatoren, die es gewöhnt sind, sich bei ihren Reden im Beifall tausender Menschen zu sonnen und sich für geradezu unfehlbar halten, auf die Kunst eines erfahrenen Redenschreibers vertrauen, zeigt der Fall des Josef Wissiaronowitsch Stalin. Während sein Kontrahent und Erzfeind Adolf Hitler insgeheim eine Frau als Sekretärin und Ghostwriterin beschäftigte, war Arvo Tuominen der Ghostwriter von Josef Stalin. Arvo Tuominen, ein finnischer Kommunist und Revolutionär, meist kurz und prägnant nur Poika gerufen, wurde im Jahre 1894 als Sohn eines Zimmermanns geboren. Im Jahre 1912 trat er der Sozialdemokratischen Partei Finnlands bei, wechselte dann aber während des Bürgerkriegs auf die Seite der finnischen Roten Garden und betätigte sich als Herausgeber einer radikalen sozialdemokratischen Zeitung. Der nächste Schritt auf dem Weg zum späteren Ghostwriter von Josef Stalin war dann seine Emigration nach Russland, wo er im Jahre 1918 schließlich gemeinsam mit anderen radikalen Revolutionären die Kommunistische Partei Finnlands gründete.

Der Ghostwriter von Josef Stalin war ein radikaler Berufsrevolutionär

Nach seiner Rückkehr nach Finnland betätigte sich Arvo Tuominen in der Agitation und Propaganda. Er wurde aufgrund seiner radikalen Ansichten und seiner besonders engen Kontakte zur Kommunistischen Partei der Sowjetunion mehrfach verhaftet, jedoch schließlich auf Bewährung entlassen. Arvo Tuominen wurde schließlich zum Geschäftsführer einer finnischen Gewerkschaftsorganisation. Im Jahre 1932 erhielt er schließlich einen Brief von Otto Ville Kuusinen, einem radikalen finnischen Kommunisten, der in der Sowjetunion im Exil lebte und dort als Ghostwriter von Josef Stalin wirkte. Kuusinen forderte ihn dazu auf, in die Sowjetunion zu ziehen und dort zu leben. So reiste Arvo Tuominen schließlich über Schweden in die Sowjetunion, wo er schließlich der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Finnlands, Mitglied der Komintern-Exekutive und zugleich der nächste Ghostwriter von Josef Stalin wurde. Unter dem Eindruck von Stalins Großem Terror flüchtete Arvo Tuominen schließlich im Jahre 1938 nach Stockholm.