Ghostwriter von Leni Riefenstahl

Helene Bertha Amalie Riefenstahl, genannt „Leni“, wurde 1902 in Berlin geboren. Aufgrund einer Knieverletzung war sie gezwungen, eine ursprünglich geplante Karriere als Tänzerin aufzugeben und sie konnte sich während der Weimarer Republik im damals äußerst populären Genre des Bergfilms als Schauspielerin etablieren.
Nachdem sie im Jahre 1932 ihren Debütfilm „Das blaue Licht“ veröffentlicht hatte, in welchem sie als Hauptdarstellerin, Koproduzentin und Drehbuchautorin gleichermaßen wirkte, wurden Joseph Goebbels und auch Adolf Hitler auf sie aufmerksam. Mit der Dokumentation „Triumph des Willens“ wurde ihr anvertraut, die Reichsparteitage der NSDAP als filmische Chronistin öffentlichkeitswirksam in Szene setzen zu dürfen, was ihr zweifellos gelang. Neben Winifred Wagner und Magda Goebbels galt sie aufgrund ihrer Nähe zu Adolf Hitler stets als eine derjenigen Frauen, die für eine Rolle als First Lady des Dritten Reiches in Frage kommen würden.

Nach den Zweiten Weltkrieg zunächst inhaftiert, dann allerdings durch eine alliierte Spruchkammer als „minderbelastet“ eingestuft, arbeitete Leni Riefenstahl in den 1960er Jahren zunächst als Fotografin und Unterwasser-Filmerin. Zeitlebens dementierte sie, ein enges Verhältnis zu Adolf Hitler gehabt zu haben. Sie publizierte 2002 ihren letzten Dokumentarfilm und verstarb 2003 im Alter von 101 Jahren. Als ihr Ghostwriter wirkte der US-Amerikaner Steven Bach.

Der Ghostwriter von Leni Riefenstahl spezialisierte sich auf die Aufdeckung der Lebenslügen von Prominenten

Steven Bach ist ein prominenter US-amerikanischer Filmproduzent und Autor. Nach dem Studium an der Northwestern University und der Sorbonne wandte er sich der Tätigkeit als Ghostwriter zu, wobei er sich auf die Aufdeckung der Lebenslügen prominenter Persönlichkeiten spezialisieren konnte. Dies gelang ihm zunächst mit seiner 1992 veröffentlichen Biographie der Schauspielerin Marlene Dietrich. Steven Bach unterhält einen Zweitwohnsitz in München, wo Leni Riefenstahl auf dem Waldfriedhof beerdigt wurde. Mit „Leni: Life an Work of Leni Riefenstahl“, erschienen 2007 in New York, enthüllte er die Lebenslüge Riefenstahls, ein unpolitisches Opfer Hitlers gewesen zu sein.