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Ghostwriter von Sauerbruch

Ghostwriter von Sauerbruch

Ernst Ferdinand Sauerbruch wurde im Jahre 1875 in Barmen geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er bei seinem Großvater, einem Schuhmacher, auf. Er besuchte das Gymnasium, studierte Medizin an der Universität Leipzig und wirkte schließlich ab 1901 als Conkneipant und Paukarzt in Jena. Hier wurde er auch im Jahre 1902 zum Dr. med. promovierte. Der Mann, der später zu einem der berühmtesten Chirurgen des 20. Jahrhunderts werden sollte und der Politiker wie Hindenburg und Hitler (nach dessen gescheitertem Putsch im Jahre 1923) behandelte, wirkte zunächst am Krankenhaus Moabit und dann am Universitätsklinikum in Breslau, wo er mittels der Unterdruckkammer die Technik der Operation am offenen Brustkorb begründete. 1905 wurde Sauerbruch als Chirurg habilitiert und wechselte an das Universitätsklinikum Greifswald. 1908 wurde er Professor und Oberarzt in Marburg, übersiedelte nach Zürich, entwickelte während des Ersten Weltkrieges Prothesen für Kriegsversehrte, arbeitete während der Novemberrevolution in München und folgte schließlich 1928 einem Ruf an die Charité nach Berlin. Seine Haltung während der Zeit des Nationalsozialismus ist aus heutiger Sicht höchst umstritten. Göring ernannte Sauberbruch 1934 zum Staatsrat. Dennoch unterhielt Ferdinand Sauerbruch enge Kontakte zu emigrierten jüdischen Medizinern und bezeichnete Hitler, den er seit 1920 persönlich kannte, als „verrückten Kriminellen“. In seinen letzten Lebensjahren litt Ferdinand Sauerbruch an fortschreitender Demenz und bereitete gemeinsam mit einem Ghostwriter seine heiter-melancholische Autobiografie vor. Als Ghostwriter von Sauerbruch wirkte Hans Rudolf Berndorff.

Der Ghostwriter von Sauerbruch war Mitglied der SS gewesen

Hans Rudolf Berndorff kam 1895 in Köln zur Welt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Offizier, danach in Freikorps. Er war Chefreporter im Ullstein Verlag und gehörte der SS an. In den 1950er Jahren verfasste er als Ghostwriter die angebliche Autobiografie des berühmten Mediziners Ferdinand Sauerbruch unter dem Titel „Das war mein Leben“. 1954 wurde auf der Basis dieser Vita einer der erfolgreichsten Arztfilme gedreht.