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Ghostwriter von Walter Ulbricht

Der Leipziger Walter Ernst Paul Ulbricht machte sich nicht in seinem erlernten Beruf als Tischler einen Namen, sondern als Berufsrevolutionär, KPD-Mitglied, Gründer einer nach ihm benannten Gruppe deutscher Kommunisten in Moskau und schließlich als Generalsekretär der SED und als Vorsitzender des Staatsrates der DDR, ehe er schließlich durch einen Putsch seines Ziehsohnes Erich Honecker aus dem Amt gedrängt und aufs Altenteil abgeschoben wurde. Walter Ulbricht hielt zahlreiche berühmt gewordene Reden in der Öffentlichkeit, darunter auch jene Rede, die den berühmten und später als Lüge enttarnten Satz enthielt: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!“ Was die breite Öffentlichkeit in Ost und West jedoch nicht wusste, ist die Tatsache, dass auch der scheinbar allmächtige Vorsitzende des Staatsrats der DDR offiziell einen Redenschreiber und Ghostwriter beschäftigte. Der Ghostwriter von Walter Ulbricht war Karl Polak.

Der Ghostwriter von Walter Ulbricht war auch Mitverfasser der Verfassung der DDR aus dem Jahre 1948/49

Karl Polak wurde im Jahre 1905 in Westerstede geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und seiner Promotion zum Dr. jur. emigrierte der Jude Karl Polak schließlich unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung in die Sowjetunion. Ehe er schließlich der Ghostwriter von Walter Ulbricht wurde, kehrte Karl Polak zunächst in die Sowjetische Besatzungszone zurück, trat der SED bei und wurde in Leipzig Professor für Staatslehre, Staats- und Völkerrecht. Als Ghostwriter von Walter Ulbricht konnte Karl Polak schließlich ganz erheblichen Einfluss auf die dogmatische Entwicklung des DDR-Rechts nehmen. Nach dem Tod von Wilhelm Pieck, des ersten Präsidenten der DDR, wurde Karl Polak zum ordentlichen Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gewählt.