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Narratives Interview

Narratives Interview

Bei dem narrativen Interview handelt es sich um eine Methode der qualitativen Sozialforschung. Diese Methode basiert auf Fritz Schütze. Das narrative Interview hat sich vorwiegend in der biographischen Forschung durchgesetzt. Denn mittels der Methode werden nicht nur biographische, objektive Daten wie Verlauf des Schullaufbahn ermittelt sondern die subjektive Perspektive auf das Leben einer Person gegeben.

Ein narratives Interview wird in der Regel nicht durch eine Forschungsfrage motiviert. Vielmehr ergeben sich Hypothesen durch die Erzählung im Interview. Diese können für die weitere Bearbeitung einer Forschungsfrage genutzt werden. Dieser Umstand ist der Unterschied zu einem qualitativen Interview, bei dem das Interview eine Antwort auf vorgefertigte Hypothesen geben soll.

Ablauf – narratives Interview

Ein narratives Interview beginnt mit einer Eingangsfrage, die den Interviewpartner stimulieren soll zu erzählen. Es gibt keine vorgefertigten Fragen, die durch den Verlauf des Interviews führen. Vielmehr ist ein Kriterium des narrativen Interviews, dass es offen ist. Auch in Bezug auf die Zeit sollte man bei dieser Interviewform keinen Endzeitpunkt festlegen, damit der Interviewte genügend Zeit hat, über sein Leben zu erzählen. Bei dem „erzählenden“ Interview soll die Erzählung des Interviewpartners nicht unterbrochen werden. Der Interviewer weiß, dass die Erzählung des Interviewten beendet ist, wenn dieser eine „Koda“ nutzt, also einen abschließenden Satz wie „Mehr gibt es nicht dazu zu erzählen“ oder „Soviel dazu“. Nach der Erzählung des Interviewten folgt der Teil der Nachfragen. Diese sollten allerdings keine Interpretation oder Bewertung beinhalten. Zudem sollen die Nachfragen den Interviewten zum weiteren Erzählen ermutigen. Im abschließenden Teil des narrativen Interviews, auch Bilanzierung genannt, folgen die „Warum-Fragen“. Diese werden gestellt, um nähere Informationen zu den biographischen Zusammenhängen zu erhalten und das Erzählte besser einordnen zu können.

Die Inhalte des Interviews werden dann mit Hilfe eines qualitativen Analyseverfahrens ausgewertet und für die Erstellung einer Haus- oder Seminararbeit sowie einer größeren wissenschaftlichen Ausführung wie einer Masterarbeit genutzt.