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Tipps für eine gute Rede

Der Blick des Redners streift gelangweilte Gesichter. Von Zeit zu Zeit beginnt eines der Gesichter zu gähnen. Doch nicht nur das: Zwischen den gelangweilten Gesichtern sitzt hin und wieder ein Zuhörer, dessen Kopf gänzlich auf die Brust gesunken ist. Er ist eingeschlafen. Schließlich werden die Schlafenden vom Stühle rücken aufgeschreckt. Immer mehr Menschen stehen auf und verlassen den Raum. Offensichtlich wissen sie mit ihrer freien Zeit besseres anzufangen, als dieser Rede zu lauschen. Am Ende des Vortrags ist das Publikum von 100 Menschen auf 20 zusammengeschmolzen.
Was sich hier abspielt, entspricht dem Alptraum eines Redners: Ein gelangweiltes Publikum, welches mitten im Vortrag den Raum verlässt. Damit dies nichts passiert ist es wichtig, die nachfolgenden Tipps für eine gute Rede zu beherzigen.

Der Funke muss überspringen

Tipps für eine gute Rede richten sich vor allem auf die Vermeidung von Langeweile. Die Konzentration des Menschen ist begrenzt. Sobald sie sich gelangweilt fühlen, driften die Gedanken ab. Im günstigsten Fall bleibt das Publikum höflich und lauscht der Rede weiter. Im ungünstigen Fall ergreift es die Flucht. Deshalb muss die Substanz einer Rede stimmen. Dennoch genügt es nicht, wenn der Inhalt passt. Der Funke muss überspringen. Tipps für eine gute Rede sorgen für den Funkenflug.

Orientierung am Publikum

Der Redner muss sich zunächst sein Publikum vorstellen. Wie beim Marketing kann das Publikum als Zielgruppe angesehen werden. Geeignete Fragen lauten hierfür: Welche Interessen hat die Zielgruppe? Wie setzt sich die Zielgruppe zusammen? Welches Durchschnittsalter hat die Zielgruppe? Wie kann die Zielgruppe begeistert werden? Wie bringe ich die Zielgruppe zum lachen? Welche Vorkenntnisse hat die Zielgruppe in Bezug auf den Inhalt der Rede?

Dauer der Rede

Auch mit der Dauer der Rede lässt sich Langeweile vermeiden. Zu den Tipps für eine gute Rede gehört daher das Festlegen der Zeit. Hier gilt eine einfache Faustregel: Nach 45 Minuten sinkt die Aufmerksam des Publikums rapide ab. Deshalb sollte der Vortrag in diesen Zeitrahmen gepresst werden. Das gelingt, indem Überflüssiges gestrichen und Spannendes betont wird. Das Einhalten der 45 Minuten lässt sich üben, indem die Rede mit einer Uhr geprobt wird.

Beginn der Rede

Viele Tipps für eine gute Rede richten sich an den Beginn der Rede. Der Beginn entscheidet, ob der Funke überspringt. Es gibt verschiedene Methoden zur Begeisterung der Zuhörer. Genau wie Kinder liebt auch das erwachsene Publikum Überraschungen. Die Überraschung gelingt, wenn die Rede mit etwas Unterwartetem begonnen wird. Das kann ein Rätsel sein, welches das Publikum lösen muss oder ein spannender Zaubertrick. Selbstverständlich sollte sich die Überraschung auf den Inhalt der Rede beziehen. Einen ähnlichen Überraschungseffekt erzielt die Frage, welche an das Publikum gerichtet wird. Eine Suggestivfrage zieht das Publikum ins Vertrauen und schafft Sympathien, wie z.B.: „Sind sie auch der Meinung, dass alle Ampeln durch Kreisverkehre ersetzt werden sollten?“ Ein guter Redner muss auch nicht vor der Provokation zurückschrecken. Eine Provokation provoziert Gefühle. Egal ob positiv oder negativ: Das Publikum wird dem Redner aufmerksam lauschen. Doch auch die Anregung zum Nachdenken erzeugt Aufmerksamkeit. Das gelingt durch Vergleiche. So kann der Ernährungscoach die Rede mit folgendem Satz beginnen: „Ein Tag ohne Gemüse ist wie ein Sommer ohne Sonne, ein Teich ohne Wasser oder eine Wiese ohne Blumen.“ Beim den Funkenflug zu Beginn der Rede kann der Einstieg über eine Geschichte helfen. Auch hierbei unterscheiden sich Erwachsene nicht von Kindern. Geschichten sind bei allen Altersgruppen beliebt.

Bilder im Kopf erzeugen

Nicht nur zu Beginn, auch während der Rede sorgen rhetorische Stilmittel, wie Anaphern, Antithesen, Hyperbeln, Klimax und Metaphern für Abwechslung. Es sind Bilder, die im Geiste des Publikums auftauchen müssen. Das sind Bilder, die Spannung erzeugen. Dazu sollten die Sätze kurz und schlicht gehalten werden. Es gibt nichts Schlimmeres, wie Schachtelsätze in einer Rede. Auch Fachbegriffe sollten vermieden werden. Die Entstehung der Bilder im Kopf kann durch geeignete Bilder bei der Präsentation unterstützt werden. Diese dürfen gern humorvoll sein. Wer die Lacher auf seiner Seite hat, hat gleichzeitig die Sympathien auf seiner Seite. Das ist ein ganz einfaches Rezept.

Lebhafte Rede halten

Der Redner selbst sollte seine Rede leben. Das gelingt durch den geschickten Einsatz von Körpersprache, Mimik, Gestik und Betonung. Allein Sprachmelodie und Stimme des Redners können große Spannung erzeugen, erst recht, wenn dazwischen Pausen platziert werden. Deshalb sollte der Redner seine Stimme nach Belieben heben und senken. Auch ein kurzes Flüstern lässt die Spannung ansteigen.
Trotz aller Redetechnik sollte der Redner stets das Publikum im Auge behalten und seine Vortragsweise entsprechend anpassen. Dem Sprechtempo sollte deshalb eine gesonderte Aufmerksamkeit zukommen. Die meisten Redner sprechen aus Nervosität zu schnell. Wenn dem Redner sein Tempo aber als zu langsam erscheint, dann ist es für das Publikum genau richtig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass all diese Tipps für eine gute Rede dabei helfen Langeweile zu vermeiden. Wenn der Redner diese Tipps beherzigt, dann wird er den Alptraum eines Redners nicht erleben.

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