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Transkription

Transkription

Die Transkription ist ein Verfahren innerhalb der qualitativen Forschung. Dabei werden visuelle oder verbale Informationen schriftlich dokumentiert, damit sie analysiert werden können. Die Transkription ist ein wissenschaftlicher Schritt, um Daten auszuwerten, die man in Interviews, Gruppendiskussionen oder mit sonstigen Erhebungsmethoden erworben hat.
Die visuellen bzw. verbalen Daten werden in einem Textstück niedergeschrieben. In diesem stehen nicht nur die verbalen Aussagen, die beispielsweise ein Interviewpartner gesagt hat. Es werden in dem Transkript auch mimische oder gestische Interaktionen festgehalten.

Formen der Transkription

Laut der Linguisten Sabine Kowal und Daniel O’Connell gibt es vier Formen, wie in einer Transkription vorgegangen werden kann. Dabei werden die ersten zwei Formen in den meisten Fällen verwendet.

  • Transkriptionen die sprachliche Merkmale wie Betonungen, Dialekte oder Versprecher nicht wiedergegeben (Standardorthografie).
  • Transkriptionen, die Gesprächspausen, Wortabbrüche oder Weglassen von Lauten berücksichtigen (auch literarische Umschrift genannt).
  • Transkriptionen, die Umgangssprache lautgetreu wiedergeben.
  • Transkriptionen, die mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet arbeiten.
  • Eine Transkription durchführen

    Bevor eine Transkription durchgeführt wird, müssen einige Entscheidungen getroffen werden. Dabei steht die Forschungsfrage immer im Vordergrund. So ist zu klären, welchen Umfang das Transkript haben soll. Wird das gesamt Material ausgewertet oder nur die Stellen, die für die Fragestellung wichtig sind. Dabei muss vorab analysiert werden, was als relevante Passagen definiert wird. Des Weiteren muss entschieden werden, wie die Gestaltung des Transkript aussehen soll.
    Eine weitere Entscheidung gilt der Ausführlichkeit des Transkripts. Hier muss entschieden werden, ob man parasprachliche und prosodische Eigenschaften mit in das Transkript nimmt oder nicht. Parasprachliche Merkmale sind beispielsweise Lachen oder Husten. Unter prosodische Merkmale fallen Sprechpausen oder Wortbetonungen. Diese Entscheidung sollte man von der Leistung abhängig machen, die erwartet wird. Bei einer Doktorarbeit fallen die Erwartungen an eine Transkription höher aus als bei einer weniger umfangreichen Fach-Bachelorarbeit.

    Wie wird transkribiert

    Die Transkription ist eine sehr mühsame Arbeit. So kann man bei einem 10 Minuten Interview von einer Transkriptionszeit von einer Stunde sprechen. Allerdings gibt es mittlerweile gute Spracherkennungsprogramme, die beim Transkribieren helfen. Außerdem kann die Arbeit auch an Schreibbüros ausgelagert werden. Jedoch sollte man das Transkribieren als Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit selbst übernehmen, um das aufgenommene Material besser kennen zulernen und sich so die Auswertung des Materials zu vereinfachen.