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Vielschreiber

Vielschreiber

Als Vielschreiber werden Literaten oder Journalisten bezeichnet, die eine große Bandbreite an Veröffentlichungen und Werken vorzuweisen haben. Der Begriff wird im Sprachgebrauch als abwertende Bezeichnung für eine solche Persönlichkeit verwendet. Als Synonym für den Vielschreiber steht der Begriff ‘Polyscribent’. Zwar bezieht sich die Bezeichnung auf Journalisten, Schriftsteller und Akademiker, welche viele Werke veröffentlicht haben, dennoch wird die Begrifflichkeit aber nur dann verwendet, wenn unter diesen kaum relevante Veröffentlichungen vorzufinden sind. Somit hat der Vielschreiber ein breites Repertoire an Arbeiten vorzuweisen, von denen aber nur sehr wenige gefallen oder gelesen werden. Das englische Synonym für diese Art des Autors lautet: Publish or perish. Dieses kann mit ‘veröffentliche oder gehe unter’ übersetzt werden.

Ursprung des Begriffes und bekannte Vielschreiber

Der Begriff des Vielschreibers ist etwa seit 62 nach Christus in unterschiedlichen Äußerungen zu finden. So hat Seneca in seinen persönlichen Briefen als erstes die Vielschreiberei geprägt, welche mit einem wenig anerkannten Ergebnis daherkommt. Seither fällt der Begriff häufig im Zusammenhang mit durchaus erfolgreichen Autoren, welche aber nur selten qualitative Werke liefern, die ein breites Spektrum an Beachtung erfahren. Zu berühmten Persönlichkeiten, welche im Zusammenhang mit der Vielschreiberei genannt werden, gehören beispielsweise:

• Karl May, dessen Werke sich über Reiseerzählungen, vor allen Dingen aber Abenteuerromane erstrecken. Die Abenteuerromane sind vielfältig erschienen.
• Felix Dahn, Autor und Professor für Rechtswissenschaften. Dahn lies es nicht beim Lehren und Lernen, sondern veröffentlichte zahlreiche Wissenschaftswerke wie Essays und Fachartikel, ebenso wie Romane und Lyrik.

Vielschreiberei in der heutigen Zeit

Durch die vielfältigen Möglichkeiten zu publizieren, die seit dem 20. Jahrhundert gegeben sind, hat die Vielschreiberei ein neues Niveau angenommen. Soziale Medien und das E-Book bieten vielen Autoren die Möglichkeiten, viel und günstig zu publizieren, ohne dabei auf einen bestimmten Verlag angewiesen zu sein. Somit fallen unter den Begriff des Vielschreibers nicht nur bekannte Autoren mit vielen Veröffentlichungen, sondern weiterhin auch ‘Amateure’, die versuchen, in die Kreise der Literaten oder Wissenschaftler aufgenommen zu werden, aber sehr schlechte Rezensionen haben.