Eine Literaturarbeit analysiert und synthetisiert bestehende Forschung, ohne eigene Daten zu erheben. Hier erfahren Sie, wie Sie systematisch vorgehen, Literatur auswerten und eine wissenschaftlich fundierte Argumentation entwickeln.
Definition: Eine Literaturarbeit (auch: theoretische Arbeit, Literaturreview, Literature Review) ist eine wissenschaftliche Arbeit, die ausschließlich auf der Analyse und Synthese bestehender Literatur basiert, ohne eigene empirische Datenerhebung durchzuführen.
| Aspekt | Literaturarbeit | Empirische Arbeit |
|---|---|---|
| Datenquelle | Bestehende Forschung (Bücher, Artikel, Studien) | Selbst erhobene Daten (Umfragen, Interviews, Experimente) |
| Methodik | Literaturrecherche, Analyse, Synthese | Forschungsdesign, Datenerhebung, Auswertung |
| Forschungsfrage | "Was sagt die Forschung zu...?", "Wie wird... theoretisch erklärt?" | "Gibt es einen Zusammenhang zwischen...?", "Wie wirkt sich... aus?" |
| Zeitaufwand | Mittelhoch (intensive Lektüre erforderlich) | Hoch (Erhebung + Auswertung zeitintensiv) |
| Eigene Leistung | Kritische Analyse, Synthese, neue Perspektive | Forschungsdesign, Datenerhebung, neue Erkenntnisse |
| Ergebnis | Zusammenfassung, Vergleich, Bewertung des Forschungsstands | Neue empirische Befunde, Hypothesentests |
→ Empirische Arbeit schreiben | Theoretische Arbeit
Eine Literaturarbeit ist NICHT einfach eine Zusammenfassung von Texten! Sie erfordert:
Eine gute Literaturarbeit bietet durch ihre Synthese einen Mehrwert gegenüber den Einzelquellen!
Größter Vorteil:
Flexibilität:
Budgetfreundlich:
Umfassender Überblick:
Zeitvorteil:
Themenvielfalt:
Einschränkung:
Zeitintensiv:
Anspruchsvoll:
Qualitätsrisiko:
Eine Literaturarbeit eignet sich NICHT für:
Prüfen Sie vorab: Gibt es mindestens 30-40 relevante wissenschaftliche Quellen zu Ihrem Thema?
Eine Literaturarbeit folgt einer klaren Struktur:
→ Gliederung erstellen | Einleitung schreiben | Fazit schreiben
Bei einer Literaturarbeit beschreibt die Methodik NICHT die Datenerhebung (gibt es ja nicht!), sondern die Literaturrecherche und -auswahl:
So gehen Sie systematisch vor:
Der wichtigste erste Schritt!
Gute Forschungsfragen für Literaturarbeiten:
Tipp: Frage sollte durch Literaturanalyse beantwortbar sein!
Strukturiert vorgehen spart Zeit!
Vorgehen:
Qualität vor Quantität!
Auswahlkriterien anwenden:
Ziel: 30-40 hochwertige Quellen für die finale Analyse
Systematisch auswerten!
Exzerpt-Technik:
Literatur ordnen und strukturieren!
Strukturierungsoptionen:
Tipp: Meist ist thematische Struktur am sinnvollsten!
Das Herzstück Ihrer Arbeit!
Wichtig: Nicht chronologisch "Autor X sagt..., Autor Y sagt..." schreiben!
Besser: Thematisch strukturieren:
Ihre eigene Leistung!
Was gehört in die Synthese?
Der Feinschliff zählt!
Prüfen Sie:
Die Qualität Ihrer Arbeit steht und fällt mit der Auswahl der Literatur:
| Kriterium | Sehr gut geeignet | Bedingt geeignet | Nicht geeignet |
|---|---|---|---|
| Publikationstyp | Peer-reviewed Journals, Monographien | Konferenzbeiträge, Sammelbandbeiträge | Wikipedia, Blogs, Hausarbeiten |
| Aktualität | Letzte 5 Jahre | 5-10 Jahre (bei Klassikern auch älter) | Sehr veraltet (>20 Jahre ohne Klassiker-Status) |
| Zitierhäufigkeit | Häufig zitiert, hoher Impact | Moderate Zitationen | Gar nicht oder kaum zitiert |
| Autor | Renommierte Forscher, Professoren | Doktoranden, Postdocs | Unbekannte Autoren ohne akademische Affiliation |
| Methodische Güte | Klare Methodik, valide Ergebnisse | Kleinere methodische Schwächen | Keine/unklare Methodik, nicht nachvollziehbar |
Die besten wissenschaftlichen Quellen:
Beispiele: Journal of Marketing, Psychological Bulletin, etc.
Für Überblick und Vertiefung:
Mit Vorsicht nutzen:
Ungeeignet:
Sie haben ausreichend Literatur, wenn:
Eine Literaturarbeit ist mehr als eine Aneinanderreihung von Zusammenfassungen – Sie müssen synthetisieren!
Konkret bedeutet das:
| Aspekt | ❌ Schlechte Literaturarbeit (Aneinanderreihung) | ✅ Gute Literaturarbeit (Synthese) |
|---|---|---|
| Struktur | "Müller (2020) sagt..., Schmidt (2019) sagt..., Weber (2021) sagt..." | Thematische Kapitel: "Faktor X wird von mehreren Autoren diskutiert. Während Müller... betont, sehen Schmidt und Weber..." |
| Verbindungen | Keine Verbindungen zwischen Studien | "Diese Befunde ergänzen sich mit denen von...", "Im Gegensatz dazu zeigt..." |
| Kritik | Nur Wiedergabe, keine Bewertung | "Ein Schwachpunkt dieser Studie ist...", "Methodisch überzeugender ist..." |
| Eigenleistung | Keine erkennbare eigene Leistung | Eigene Einordnung, Bewertung, Schlussfolgerungen |
Nicht chronologisch, sondern thematisch!
Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten:
Stärken und Schwächen benennen:
Das große Ganze sehen:
Viele Studierende machen den Fehler: Sie schreiben Kapitel für Kapitel "Autor X sagt das, Autor Y sagt jenes" – ohne Verbindungen herzustellen!
Das Ergebnis: Eine Arbeit, die wie ein Katalog wirkt, nicht wie eine wissenschaftliche Analyse. Die Konsequenz: Notenabzug!
Lösung: Denken Sie in Themen, nicht in Autoren! Fragen Sie sich immer: "Was ist die Verbindung? Wo ist der Widerspruch? Was bedeutet das?"
Woran erkennt man eine qualitativ hochwertige Literaturarbeit?
Sehr wichtig!
→ Ohne transparente Methodik: Notenabzug!
Kernkriterium!
→ Oberflächliche Darstellung = maximal 3,0!
Eigenleistung erkennbar?
→ Gute Synthese = Aufwertung zur 2,0 oder besser!
Formale Anforderungen:
Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden:
Häufigster und schwerwiegendster Fehler!
Problem: Studierende schreiben "Müller sagt X, Schmidt sagt Y, Weber sagt Z" ohne kritische Einordnung.
Folge: Arbeit wirkt wie Katalog, keine wissenschaftliche Leistung erkennbar → Note 3,0-3,7
Lösung: Immer bewerten, vergleichen, einordnen! "Während Müller X betont, vernachlässigt er Aspekt Y, den Schmidt hervorhebt..."
Fehlende Nachvollziehbarkeit
Problem: Quellen scheinen willkürlich ausgewählt, Methodik nicht dokumentiert.
Folge: Prüfer können Auswahl nicht nachvollziehen → Methodenabzug
Lösung: Im Methodik-Kapitel genau dokumentieren: Wo gesucht? Mit welchen Begriffen? Welche Kriterien?
Quantität und Aktualität mangelhaft
Problem: Nur 15-20 Quellen, viele davon älter als 15 Jahre.
Folge: Unvollständiger Forschungsstand → Bewertung "nicht ausreichend recherchiert"
Lösung: Mindestens 30-40 Quellen, Schwerpunkt auf letzten 5-10 Jahren
Chaotischer Aufbau
Problem: Literatur wird unsortiert präsentiert, kein roter Faden erkennbar.
Folge: Arbeit schwer lesbar, Argumentation nicht nachvollziehbar → Strukturabzug
Lösung: Thematische Gliederung entwickeln! Jedes Kapitel einem Aspekt der Forschungsfrage widmen.
Formale Mängel
Problem: Inkonsistente Zitation, fehlende Quellenangaben, zu viele wörtliche Zitate.
Folge: Im schlimmsten Fall Plagiatsverdacht → Arbeit wird nicht bewertet!
Lösung: Konsequent direkt beim Schreiben zitieren, Literaturverwaltung nutzen!
Fehlende Eigenleistung
Problem: Diskussion wiederholt nur die Literaturanalyse, bringt keine neuen Einsichten.
Folge: Eigenleistung nicht erkennbar → maximale Note 2,7-3,0
Lösung: In der Diskussion: Gesamtbild entwickeln, Forschungsfrage explizit beantworten, Implikationen ableiten!
Fehlender Fokus
Problem: Thema zu breit gewählt → kann nicht in Tiefe behandelt werden.
Folge: Oberflächliche Behandlung vieler Aspekte statt tiefgehende Analyse weniger Aspekte
Lösung: Thema eingrenzen! Lieber ein Aspekt ausführlich als zehn Aspekte oberflächlich.
Unkritische Übernahme
Problem: Alle Studien werden als gleichermaßen valide dargestellt, keine Kritik geübt.
Folge: Keine wissenschaftliche Reflexion erkennbar
Lösung: Methodische Schwächen benennen, Limitationen diskutieren, Studienvariationen erklären!
"Welche Faktoren beeinflussen laut aktueller Forschung die Kundenloyalität im E-Commerce?"
Struktur:
"Wie wird der Zusammenhang zwischen Social Media-Nutzung und psychischem Wohlbefinden in der Forschung erklärt?"
Struktur:
"Welche Ansätze zur Prävention von Jugendkriminalität werden in der Literatur diskutiert und wie werden sie bewertet?"
Struktur:
→ Controlling | Personal
Jein – es kommt darauf an! Eine Literaturarbeit spart Zeit bei der Datenerhebung, erfordert aber intensive Lektüre und gute Synthesefähigkeit. Manche finden Empirie einfacher (klare Methodik), andere bevorzugen Literatur (keine Probanden nötig). Es ist unterschiedlich schwierig, nicht grundsätzlich einfacher.
Mindestens 30-40 wissenschaftliche Quellen sollten Sie verwenden. Davon sollten 80% aus den letzten 5-10 Jahren stammen, der Rest können relevante Klassiker sein. Wichtig: Qualität vor Quantität – lieber 35 hochwertige als 60 mittelmäßige Quellen!
Ja, unbedingt! Auch bei Literaturarbeiten ist ein Methodik-Kapitel wichtig. Dort dokumentieren Sie Ihre Literaturrecherche: Welche Datenbanken? Welche Suchbegriffe? Welche Ein-/Ausschlusskriterien? Das macht Ihre Arbeit transparent und nachvollziehbar.
Ja, aber mit Bedacht! Klassische Werke oder Grundlagentheorien dürfen auch älter sein (z.B. Adam Smith, Sigmund Freud). Der Großteil Ihrer Quellen (80%) sollte aber aus den letzten 5-10 Jahren stammen, um den aktuellen Forschungsstand abzubilden.
Durch kritische Analyse und Synthese! Schreiben Sie nicht "Autor X sagt das, Autor Y sagt jenes", sondern: "Während X behauptet..., argumentiert Y... Diese Unterschiede lassen sich durch Z erklären..." Immer bewerten, vergleichen, einordnen!
Nur sehr begrenzt! Wikipedia, Blogs und Zeitungsartikel sind NICHT geeignet als wissenschaftliche Quellen. Ausnahme: Wenn Sie z.B. Medienberichterstattung analysieren. Basis Ihrer Arbeit müssen peer-reviewed Journals und wissenschaftliche Bücher sein.
Systematisch vorgehen! (1) Google Scholar mit Ihren Keywords durchsuchen, (2) Datenbanken Ihres Fachbereichs nutzen, (3) Literaturverzeichnisse relevanter Studien durchsehen (Schneeballprinzip), (4) Zitierhäufigkeit beachten. → Literaturrecherche
Mit guter Vorbereitung: 6-8 Wochen sind realistisch. Davon etwa 2 Wochen für Literaturrecherche und Lesen, 3-4 Wochen für Schreiben, 1-2 Wochen für Überarbeitung. Bei Zeitdruck auch in 3-4 Wochen machbar, wenn Literatur schon bekannt ist. → 3 & 4 Wochen
Kann sinnvoll sein! Ein Lektorat verbessert Sprache und Zitation. Coaching hilft bei Strukturfragen und Synthese. Ghostwriter-Bachelorarbeit kann als Orientierung oder bei absoluter Zeitnot dienen – nutzen Sie es verantwortungsvoll!
Konsequent und konsistent! Wählen Sie einen Zitierstil (APA, Harvard, Chicago) und nutzen Sie ihn durchgängig. Wichtig: Bei Literaturarbeiten viele indirekte Zitate (Paraphrasen), wenige wörtliche Zitate. Nutzen Sie Literaturverwaltung (Citavi, Zotero)! → Richtig zitieren
Abhängig von Ihrer Synthese-Leistung! Oberflächliche Zusammenfassungen: maximal 3,0. Mit kritischer Analyse: 2,3-2,7. Mit guter Synthese und eigener Argumentation: 1,7-2,0. Exzellente Arbeiten mit innovativer Perspektive: 1,0-1,3. Der Schlüssel ist die analytische Tiefe!
Ja, orientieren Sie sich an publizierten Literature Reviews! Suchen Sie in Ihrer Fachdisziplin nach "Literature Review" oder "Systematic Review" – das sind professionelle Literaturarbeiten in Journal-Form. Schauen Sie sich Struktur und Vorgehensweise an. Aber: NIEMALS kopieren!
Eine Literaturarbeit erfordert systematisches Vorgehen, intensive Lektüre und Synthesefähigkeit. Wir unterstützen Sie mit Coaching zur Strukturentwicklung, Lektorat für sprachliche Qualität oder kompletter Ghostwriting-Unterstützung. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot!
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